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Gerüchte um den TSV: "Wir sind zahlungsfähig"

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 14.09.2009 - 22:03

TSV-Vorsitzender Ellrich dementiert Gerüchte über Gehaltskürzungen und Spielerfreigaben

Müssen Christoph Schindler und Vitali Feshchanka bald mit Gehaltskürzungen leben? Der TSV Dormagen muss jedenfalls kräftig sparen.  Foto:  O. Krato
Müssen Christoph Schindler und Vitali Feshchanka bald mit Gehaltskürzungen leben? Der TSV Dormagen muss jedenfalls kräftig sparen. Foto: O. Krato

Geld wirft doch Tore in der Handball-Bundesliga. Um das zu erkennen, muss man nach dem zweiten Spieltag nur einen Blick auf die Tabelle werfen. Die wenigsten Treffer haben nämlich die Klubs erzielt, die auch in der finanziellen Rangliste ganz weit unten stehen: die HSG Düsseldorf (42), GWD Minden (45) und der TSV Dormagen (47).

Glaubt man den Gerüchten, die am Montag, zwei Tage nach der 23:33-Niederlage beim TuS N-Lübbecke, neu entfacht wurden, könnten es auf Dormagener Seite bald noch weniger Tore werden. Denn angeblich informierte Kreise wollen von Gehaltskürzungen und der Erlaubnis für die Spieler, sich andere Arbeitgeber zu suchen, wissen. Gerüchte, denen der neue starke Mann des TSV (Bayer) Dormagen energisch entgegentritt: "Ich bleibe dabei, was ich am Freitag gesagt habe: Wir wollen und wir werden in jedem Fall die Saison zu Ende spielen", erklärt Karl-Josef Ellrich, seit vier Tagen kommissarischer Vorsitzender des drittgrößten Sportvereins im Rhein-Kreis Neuss.

Ellrich geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wenn wir sportlich den Klassenerhalt schaffen, werden wir alles dafür tun, auch in der nächsten Saison in der Bundesliga zu spielen." Dass beides ein schwieriges Unterfangen wird, darüber ist sich der 59-Jährige im Klaren. Doch er stellt klar: "Ich habe dieses Amt nicht angetreten, um den Profi-Handball abzuwickeln. Wir sind zahlungsfähig, und wenn es ein Minus gibt, dann müssen wir schauen, wie wir das in den nächsten zwei, drei Jahren behoben kriegen", so Ellrich am Montagabend gegenüber der NGZ.

Allerdings seien auch die Spieler in der Pflicht, und das nicht nur, indem sie möglichst viele Punkte gegen den Abstieg sammeln: "Auch von anderen Arbeitnehmern wird ja erwartet, dass sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten finanzielle Abstriche machen. Warum sollen Profisportler da eine Ausnahme bilden?", fragt Ellrich, der seit 1994 Betriebsratsvorsitzender der Bayer AG in Dormagen und seit 2005 Vorsitzender des Konzernbetriebsrats ist. Allerdings sei das nur als ein "symbolisches Zeichen, dass alle bereit sind, etwas zu tun" zu werten: "Unsere Spielergehälter sind nicht so hoch, als dass man damit viel einsparen könnte."

Dass der Verein sparen muss, habe er den Spielern auch erklärt, als er am Donnerstag vor dem Training von seinem Vorgänger Dr. Bertram Anders der Mannschaft vorgestellt wurde. Dabei, sagt Ellrich, "habe ich auch erklärt: Wenn einer ein Angebot von einem anderen Verein hat, werden wir darüber reden, ob eine Vertragsauflösung machbar sei." Das, will er festgehalten wissen, sei aber keine Aufforderung gewesen, den TSV zu verlassen und schon gar keine generelle Freigabe: "Unser Ziel ist, die Mannschaft zusammen zu halten. Das gilt vor allem für unsere jungen Spieler, in die wir viel investiert haben." Bleibt die Frage, wie denn die finanzielle Schieflage überhaupt entstanden ist. Dazu möchte Karl-Josef Ellrich vorerst nichts sagen: "Wir sind noch dabei, zu prüfen, was Sache ist. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen."

Zur Sache Schieflage

Quelle: RP

 
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