Rosario/Neuss Als sich die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Damen am Montag auf den Weg nach Argentinien gemacht hat, um sich in Rosario den Traum von einer WM-Medaille zu erfüllen, bestiegen auch zwei Spielerinnen das Flugzeug, die in der nächsten Spielzeit für den HTC SW Neuss in der Bundesliga auflaufen. Wobei der Kontrast zwischen den beiden kaum größer sein könnte.
Auf der einen Seite Lina Geyer, die nach einem kurzen Gastspiel beim Düsseldorfer HC auf die linke Rheinseite zurückkehrte und mit ihren 24 Jahren schon 74 Länderspiele auf dem Buckel hat. Auf den anderen Seite Lena Andersch, die Anfang des Jahres noch nicht einmal von einer WM-Teilnahme zu träumen wagte und mit ihren gerade mal 18 Jahren als große Hoffnung im deutschen Hockey gilt. Kein Wunder, dass sich der HTC SW Neuss um die Abwehrspielerin bemühte und sie von einem Wechsel vom RTHC Leverkusen an die Jahnstraße überzeugte. Nachdem sie sich im vorigen Jahr mit der U18-Nationalmannschaft Platz zwei bei der EM geholt hatte, brauchte sie nur drei Partien in der U21, um Damen-Nationaltrainer Michael Behrmann auf sich aufmerksam zu machen. Der nahm sie gleich mit zur Champions Trophy nach Nottingham. Vor allem das Tempo, die Körperlichkeit und die Zweikampfhärte machen für sie den größten Unterschied zu ihrer Jugend- und Juniorenzeit aus. "Daran musste ich mich erst gewöhnen, habe das aber ganz gut geschafft", meint Andersch.
Klar, dass sie jetzt sehr auf das Niveau bei der Weltmeisterschaft gespannt ist, die für das deutsche Team kommenden Montag mit dem Match gegen Neuseeland beginnt. Die weiteren Gruppengegner sind die Niederlande, Australien, Japan und Indien. "Ich versuche, immer das Maximale aus mir herauszuholen. Es wäre doch toll, gleich beim ersten Turnier, um Medaillen mitspielen zu können." Das ist das große Ziel von Lina Geyer, die 2008 bei den Olympischen Spielen von Peking nur als Spielerin dabei war, die sich für den Fall bereithalten musste, dass sich eine Teamkameradin verletzt. "Wir wollen unbedingt das Halbfinale erreichen und am besten sogar mit einer Medaille nach Hause fahren", betont Geyer, die auch nichts dagegen hätte, ihre bislang bescheidene Torbilanz im Nationaltrikot aufzubessern. Durch die Vergabe der WM nach Südamerika sind die Voraussetzungen aus ihrer Sicht jedenfalls optimal. Denn sie weiß: "Das ist das Beste, was uns je passieren konnte. Die Begeisterung für Damenhockey in Argentinien ist riesig, da rasten die Fans wirklich aus. Mehr Stimmung gibt es nirgendwo."
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