Niklas Römer aus Uedesheim und Christian Fuchs aus Selikum hatten entscheidenden Anteil daran, dass die Deutsche American-Football-Nationalmannschaft am Samstag in Frankfurt zum zweiten Mal Europameister wurde.
Es liefen die letzten Minuten des dritten Viertels im Endspiel der Europameisterschaft im American Football zwischen Deutschland und Frankreich, als Niklas Römer den bislang größten Moment seiner sportlichen Karriere erlebte. Mehrmals war der Wide Receiver im Finale bereits angespielt worden, doch immer wieder hatte die französische Abwehr den Uedesheimer gestoppt. Nun fand ihn erneut ein langer Pass. Wieder sprintete Römer los, doch dieses Mal war er nicht zu stoppen und rannte zum entscheidenden 26:3 (Endstand 26:10) in die Endzone. Rund eine halbe Stunde später war Deutschland Europameister.
"Das ist ein unglaublich geiles Gefühl, den Sieg unter Dach und Fach gebracht zu haben", freute sich der Neusser auch noch einen Tag nach dem Finale, das den bisherigen Höhepunkt seines steilen Aufstieges darstellte. Denn dass er überhaupt für den EM-Kader nominiert werden würde, hätte sich der Sohn des ehemaligen Fußballprofis und Trainers des SV Uedesheim, Dirk Römer, Anfang des Jahres noch nicht träumen lassen. Erst im April hatte der 22-Jährige sein erstes Länderspiel gegen Japan gemacht. Nun, rund 13 Wochen danach, hält er den EM-Pokal in den Händen.
Der Weg zum EM-Titel
Nach dem mühsamen Auftakt gegen Österreich (22:20) tat sich das Deutsch Team auch gegen Finnland im ersten Viertel schwer, als es mit 0:4 in die Pause ging. Erst ein Touchdown von Niklas Römer wirkte befreiend auf das Team, das danach locker und leicht 23:4 gewann. Im Finale dann gab es gegen Frankreich wenige Probleme. Am Ende hieß es 26:10.
Ganz zur Freude von Christian Fuchs, Defensive-Spieler in den Reihen der Nationalmannschaft und ebenfalls aus Neuss. Seit 2007 gehört der Selikumer zum Kader des Aushängeschildes des deutschen American Football-Verbands und kennt Römer ganz genau. Gemeinsam spielten sie zwei Jahre in Köln, bevor der Uedesheimer nach Düsseldorf wechselte und es den Selikumer zum Branchenprimus nach Braunschweig verschlug.
Zwar wurde der Kontakt weniger, "wir haben aber regelmäßig telefoniert und uns ausgetauscht", verrät Fuchs, der mittlerweile in Mönchengladbach spielt, da ihm die mehrmaligen Touren pro Woche von Köln nach Braunschweig irgendwann zu lästig wurden. Fuchs studiert in der Domstadt BWL. Und da man mit American Football hierzulande nicht reich werden kann – selbst wenn man Europameister ist – steht das Studium ganz eindeutig an erster Stelle.
Für die Zeit der EM gab es aber auch für den 27-Jährigen keine Alternative. Das war vor allem gut für seinen Coach Walter Rohlfing, der für die kontinentalen Meisterschaften auf Christian Mohr (Mönchengladbach) und Florian Emslander (Berlin) verzichten musste, die gemeinhin als zwei der besten Verteidiger des Landes zählen. Fuchs sprang in die Bresche und wurde einer der wichtigsten Spieler des Turniers. Allein beim Auftakt gegen Österreich vereitelte er sechs Angriffe. "Insgesamt waren es neun, dazu habe ich einen Pass abgefangen. Damit kann man zufrieden sein", sagt Fuchs ganz bescheiden.
Das nächste Ziel der beiden Neusser steht auch schon fest: 2011 steigt die Weltmeisterschaft in Österreich. Da wollen Römer und Fuchs wieder dabei sein und wenn möglich, ganz weit vorne landen.
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