Haus Schackum hat eine bewegte Geschichte: Die letzte Untat des Räuberhauptmanns
Haus Schackum hat eine bewegte Geschichte (NGZ) Herrschaftlich erhebt sich am westlichen Ortsrand von Büderich Haus Schackum über die nahen Felder. Mit seinen Treppengiebeln und der geschlossenen, vierflügeligen Anlage wirkt selbst das heutige Bauerngut noch imposant. Und tatsächlich war der feste Hof ursprünglich wohl eine Wasserburg, die schon um 1100 zu den Gütern des Kollegiastiftes Kaiserswert gehörte. Vor etwa 900 Jahren eine Wasserburg, heute noch ein imposantes Bauerngut: Haus Schackum in Büderich. Hier geschah im Jahr 1797 die letzte Untat des Räuberhauptmannes Mathias Weber, des "Fetzer". NGZ-Foto: L. Berns -->
Im 13. Jahrhundert residierte hier der Ritter Gottfried Knop, der 1271 auch als Schultheiß des Lanker Fronhofes auftaucht und demnach ein recht bedeutender Mann gewesen sein muss. Ursprünglich unter der Verfügungsgewalt des Stiftspropstes gelangte Haus Schackum später an das Fokarienamt, dessen Inhaber für die Versorgung der geistlichen Einrichtung mit Brennholz zuständig war. Mit den Herren von Honselar erscheint im 15. Jahrhundert schließlich ein neuer Besitzer auf dem Kaiserswerther Lehnsgut.
Später trat Karl von Honselar auf Schackum als Hauptmann der protestantischen Grafen von Neuenahr ins Licht der Geschichte. Er stand im Kölner Krieg (1583-1585) auf der Seite des reformierten Kölner Kurfürst-Erzbischofs Gebhard Truchsess von Waldburg und eroberte sogar Burg Linn. Mit den zahlreichen Besitzerwechseln der folgenden Jahrhunderte verlor Schackum seinen Charakter als Adelssitz und wurde reines bäuerliches Pachtgut. Die vielen Umbauten dieser Zeit ließen einen Wehrturm, aber schließlich auch Teile der Wassergräben verschwinden.
Im 18. Jahrhundert bewirtschaftete die Pächterfamilie Kreutzer die ehemalige Wasserburg. Sie erlebte den Einmarsch der Franzosen 1794, aber auch die Zeit, in der ein berüchtigter Räuberhauptmann sein Unwesen im heutigen Stadtgebiet trieb. Die Bande des "Fetzers" Mathias Weber sucht schließlich auch das feste Haus heim. Mit einem Rammbaum brachen die wilden Gesellen in einer Nacht des Jahres 1797 das Tor von Haus Schackum auf, drangen schließlich bis in das Wohnhaus ein. Dort beraubten und misshandelten sie die Pächterfamilie.
Doch das war auch die letzte Untat des "Fetzers", der noch auf Schackum festgesetzt und schließlich dem französischen Richter und Henker überantwortet wurde. Seit 1808 sitzt die Familie Wierichs auf dem imposanten Bauerngut. Die ausgedehnten Ländereien brachten 1831 der Besitzerin, Gräfin Hoensbroich, übrigens einen Sitz im preußischen Provinziallandtag ein, weil Schackum in die Matrikel der Rittergüter Aufnahme fand.


















