Stimmungsvoller Königsehrenabend für Schützenkönig Joachim Goetz in der Stadthalle, der knapp 2000 Orden an die Schützen verteilte. Bürger-Schützenverein erhält als Geschenk eine Ergänzung der Königskette.
Knappe zwei Wochen bleiben den Neussern noch zur Einstimmung auf das Bürger-Schützenfest am letzten August-Wochenende. Eine Zeit, die sie, so der Wunsch von Schützen-Präsident Thomas Nickel, nutzen sollen, um Häuser und Autos der Stadt mit den Fahnen der Stadt zu schmücken. Diese Vorbereitungen sind schon weit gediehen, davon konnte sich das Regiment am Samstag bei seinem eindrucksvollen Marsch von der Stadthalle durch die Stadt zur Residenz von Schützenkönig Dr. Joachim Goetz an der Tilmannstraße vergewissern.
Es war ein Abend wie aus dem Bilderbuch: Ein König, der bei seinem Ehrenabend in der fast voll besetzten Stadthalle mit der Aussage "Ich bin ein glücklicher König" die Herzen der Schützen gewann. Ein Regiment, das in stattlicher Größe zu Ehren von Joachim I. angetreten war. Und Besucher, die in großer Zahl am Straßenrand dem Geleit am Königsehrenabend einen würdigen Rahmen gaben. Das Wetter tat sein Übriges, bis weit nach Mitternacht feierten Tausende zwischen Klarissenstraße und Drususallee.
Mehr Toilettenwagen
Bei den Festumzügen an vier schützenfestlichen Tagen werden an den Zugwegen mehr Toilettenwagen aufgestellt als in den Vorjahren. Das sagte Schützenpräsident Thomas Nickel beim Königsehrenabend am Samstag. "Damit sich keine Bürger über die Notdurft der Schützen in der Öffentlichkeit ärgern müssen."
Zuvor hatte Joachim Goetz (57) beim Königsehrenabend, offiziell die zweite Generalversammlung des Bürger-Schützen-Vereins, Ausdauer beweisen müssen, denn der Vorsitzende des Neusser Rudervereins verteilte knapp 2000 Orden an die Schützenschar. Auf eine rekelnde Rede verzichtete er: "Das passt nicht zur Rolle eines Königs und zu meinem Motto im Königsjahr: Freude schenken macht glücklich."
So erzählte er einige heitere Episoden aus seiner Rolle als Majestät, Begegnungen mit Menschen, "die vielfach eine Kombination aus Respekt und herzlicher Verbundenheit sind, das Ganze auf rheinischer, Nüsser Aat." Mit dem obligatorischen Königsgeschenk an den Schützenverein sorgte der Diplom-Ingenieur für einen Coup: Er schenkt eine Ergänzung zu der von 1927 stammenden Königskette mit den Abzeichen der sechs Korps, die bei der Gründung des Vereins 1823 noch nicht zum Regiment gehörten. Sie wird einfach in die bestehende Kette eingehängt.
Die sehr persönlich gehaltene Laudatio auf den Schützenkönig garnierte Komiteemitglied Martin Flecken mit einigen Anekdoten aus gemeinsamen Erlebnissen – beide sind Mitglieder im Schützenlustzug "Nur So". Der umfangreiche Lebenslauf offenbarte zum einen eine große berufliche Internationalität des Schützenkönigs, zum anderen eine tiefe Liebe zur Heimatstadt, zum Rudersport und zum Schützenwesen. Dort war schon sein Vater Otto Goetz bei den Grenadieren dabei, wie seine beiden Söhne Jan und Sven heute.
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