Neuss (NGZ). Für die Ausstellung mit den Fotoarbeiten von Robert Mapplethorpe im Düsseldorfer NRW-Forum wird die Neusser Schülerin Nana Sepehran Gleichaltrige durch die Schau führen.
"Teen Tours" heißt ein neues Angebot des Düsseldorfer NRW-Forums, bei dem Jugendliche Gleichaltrige durch die Ausstellungen führen. Eine interessante Idee, so fand die Neusser Schülerin Nana Sepehran, sie bewarb sich und wurde auch gleich angenommen. Gespannt schaut die 16-jährige Schülerin derzeit ihrer ersten Führung durch die aktuelle Ausstellung des NRW-Forums entgegen.
Mit der dort gerade eröffneten Werkschau des New Yorker Fotografen und bildenden Künstlers Robert Mapplethorpe, die nach Einschätzung eines amerikanischen Kritikers "einige der schockierendsten – und gefährlichsten – Bilder der modernen Fotografie oder sogar der Kunstgeschichte" enthält, hat sich die eloquente junge Frau nicht eben ein leichtes Thema ausgesucht. Abschrecken lässt sie sich allerdings nicht: "Mapplethorpe suchte sein Leben lang nach der perfekten Inszenierung. Er sah die Menschen, die er fotografiert, nicht als Person, sondern als Kunstobjekt", erklärt sie souverän.
Führungen
Die Ausstellung mit den Arbeiten des amerikanischen, 1946 geborenen und 1989 verstorbenen Robert Mapplethorpe im NRW-Forum Düsseldorf (Ehrenhof 2) ist noch bis zum 15. August zu sehen. Geöffnet ist die Schau dienstags bis sonntags von 11 bis 20 und freitags bis 24 Uhr. Jugendliche, die an einer Führung interessiert sind, melden sich am besten per Mail (nana@sepehran.com) bei Nana Sepehran.
Seit Kindertagen ist Nana Sepehran an den Besuch von Museen gewöhnt: "Meine Mutter ist Kunsthistorikerin und hat mich schon früh in viele Ausstellungen mitgenommen", erzählt sie. Genau hinschauen, den eigenen Impulsen vertrauen und einen selbständigen Zugang zu den Objekten zu finden, wurde für Nana auf diese Weise eine Selbstverständlichkeit: "Bilder anschauen war immer schon wichtig für mich. Bilder sagen so viel aus, erzählen Geschichten, geben Stimmungen wieder und vermitteln manches eben viel intensiver als Worte", erklärt sie.
Gerade zeitgenössische Fotografie fasziniert die Marienberg-Schülerin: "Einige Jahre habe ich mich mehr für Theater als für Kunst interessiert und im Theater am Schlachthof und im Düsseldorfer Schauspielhaus in Jugendgruppen mitgemacht. Mittlerweile ist aber die Kunst wieder viel stärker in den Mittelpunkt gerückt." Und: "Ich habe in meinem Zimmer eine ganze Wand mit meinen Lieblingsbildern", sagt Nana, die selbst aber nur selten malt oder fotografiert. "Ich spiele lieber Klavier und könnte rund um die Uhr Musik hören."
Auf die Mappelthorpe-Ausstellung hat sie sich gründlich vorbereitet: "Es ist toll, dass man auf diese Weise den eigenen Blickwinkel vermitteln kann", sagt sie. Einige Male ist sie selber schon durch die Ausstellung gegangen, hat sich mit der Biografie Mapplethorpes beschäftigt, Katalogtexte gelesen und selber an zwei Führungen durch die Ausstellung teilgenommen. Ansonsten verlässt sie sich selbstbewusst gerade auf den eigenen Blick: "Mein Ziel ist es, Gleichaltrige für die Kunst zu begeistern, ihnen zu zeigen, dass es tolle Möglichkeiten gibt, dem Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen."
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