Neuss: Antrittsbesuch
Neuss Im zweiten Anlauf hat er es geschafft: Chris Coleman, seit exakt zwei Jahren Bürgermeister der amerikanischen Partnerstadt St. Paul, betrat am Donnerstag Neusser Boden. Zum Start der Partnerschaft im Jahr 1998, als der heute 46-Jährige für die Demokraten im City Council saß, hatte ihn sein Amtsvorgänger und Namensvetter Norm Coleman nach einem Disput einfach zu Hause gelassen.
Nun ist er da, führt selbst die Delegation an, die bis Mittwochmorgen in der Stadt bleiben wird um Fortschritte auf vier zentralen Themenfeldern zu erzielen. Erstens: der Kultur. Zweitens: dem Austausch über Ausbildungs- und Bildungssysteme. Drittens: die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Viertens will sich Coleman in der Verwaltung umsehen. Er wolle erfahren, umriss er am Donnerstag Abend beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt sein Erkenntnisinteresse, ob sein Kollege Napp mit dem Rat „auch so große Probleme hat wie ich daheim.“
Der Besuch ist der erste offizielle Kontakt, seit eine Neusser Delegation im Juli vor drei Jahren zur „Grand Excursion“ in Minnesota war. Für Coleman war es gar überhaupt der erste Besuch in einer Partnerstadt. Der steht unter einem guten Stern, betonte Bürgermeister Herbert Napp mit Blick auf die Bilder, die jüngst um die Welt gingen: George W. Bush und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Crawford-Ranch des US-Präsidenten in Texas.
Deutsch? Irisch?
St. Paul mit heute 270 000 Menschen sei eine Gründung irischer Einwanderer. Das sagen viele, erklärte Chris Coleman, der selbst familiäre Wurzeln auf der grünen Insel hat. Dabei sei der deutsche Einfluss viel größer. „So sind Iren. Alles reklamieren sie für sich.“
Was diese auf höchster Ebene vorleben, werde „in unzähligen Kontakten zwischen Städten, Unternehmen, Schulen oder Vereinen mit Leben gefüllt: die deutsch-amerikanische Freundschaft,“ sagte Napp, der seinen Kollegen allerdings nicht daheim am Konrad-Adenauer-Ring auf dem Sofa erwartete, sondern in seinen Amtsräumen empfing.
Nach einem Besuch bei „Was gibt‘s Neuss“ und einem Absacker im „Rheingold“am Donnerstag Abend steht der heutige Tag unter wirtschaftlichen Vorzeichen. Auf Wunsch der Gäste, sich über regenerative Energie made in Neuss informieren zu wollen, geht es erst zur Firma Thywissen, bevor Alu Norf besucht wird. Zwischendurch ist die 13-köpfige Delegation bei der Firma 3M zu Gast, die ihre Zentrale in Minnesota hat und in Deutschland von Neuss aus agiert. 3M war 1998 Ideengeber zu dieser Partnerschaft, erinnerte Napp, ist aber kein Synonym für diese. Napp: „Inzwischen hat sie sich vom zarten Pflänzchen zu einem weit verzweigten Baum entwickelt.“





















