Special: „Betriebsfest mit Einlage“
Special (NGZ) Neuss Mit der Dezember-Vorstellung vom „Büttchen Buntes“ verabschiedet sich der Düsseldorfer Kabarettist Manes Meckenstock von seiner Reihe im Rheinischen Landestheater - und kehrt im Januar mit einer prall gefüllten „Wundertüte“ zurück.
Über die Beweggründe, das erfolgreiche Büttchen zu beenden und an gleichem Ort, wenn auch im Foyer des Landestheaters, eine neue Reihe zu starten, sprach NGZ-Kulturredakteurin Helga Bittner mit dem 46-jährigen Künstler.
Herr Meckenstock, warum der Titel „Wundertüte“?
Manes Meckenstock Weil ich selbst noch nicht genau weiß, wie sich der Abend entwickeln wird. Er wird einen großen Anteil an Improvisation haben, so dass er immer anders ausfällt. Und bei einer Wundertüte weiß man auch nie genau, was drin ist.
Aber es gibt schon ein Konzept?
Meckenstock Ja, es hat drei Säulen. Zum einen ist immer ein bekannter Künstler dabei - große Namen ziehen die Menschen an, das ist einfach so -, zum zweiten wird ein Nachwuchskünstler auftreten, und zum dritten will ich das Publikum stärker einbinden.
Termine und Karten
Das letzte „ Büttchen Buntes“ geht am Sonntag, 2. Dezember, um 18 Uhr über die Bühne des Landestheaters. Am Sonntag, 6. Januar, öffnet sich um 18 Uhr zum ersten Mal die „Wundertüte“ - und Kalle Pohl und Willi Fröhlich springen heraus. Am 16. März ist Anka Zink dabei und am 18. Mai hat Meckenstock Irmgard Knef alias Ulrich Heissig eingeladen. Als weitere Termine stehen der 28. September und der 23. November fest; an der Gästeliste wird noch gearbeitet. Wie vom „Büttchen Buntes“ gewohnt, wird auch für neue Reihe Abonnement für 65 Euro angeboten. Die Einzelkarte kostet 17,40 Euro.
Das heißt?
Meckenstock Der Abend ist so etwas wie ein Betriebsfest mit Einlage. Nun muss keiner der Zuschauer befürchten, gegen seinen Willen zum Mitmachen gezwungen werden. Aber ich möchte schon gerne ins Publikum reingehen und zum Beispiel zum Mitspielen ermuntern.
Aber Sie sind auch ein Kabarettist, der manchmal eine böse Zunge hat ...
Meckenstock (lacht) Ja, doch nur bei Menschen, die sich für prominent erachten. Bei denen bin satirisch und böse. Aber ich liebe die normalen Menschen und stelle immer wieder fest, dass viele von ihnen ganz wunderbare Geschichten zu erzählen haben. Und ich hoffe eben, solche auch in meinem Publikum zu finden.
Im übrigen kann ich dank meiner langen Bühnenerfahrung auch sehr gut an Körperhaltung und Blicken erkennen, welcher Zuschauer ansprechbar ist und welcher nicht. Davon mal ganz abgesehen, akzeptiere ich natürlich, wenn jemand es ablehnt, ins Mikro zu sprechen oder bei einem Spiel mitzumachen.
Einem Spiel?
Meckenstock Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich etwa „Das gegurgelte Lied“ zu einem Renner entwickelt. Ein Zuschauer bekommt auf einem Zettel einen Liedtitel vorgehalten, er muss es gurgeln, die anderen raten, und der Gewinner bekommt zwei Freikarten für die nächste „Wundertüte“.
Das klingt tatsächlich nach sehr viel Improvisation.
Meckenstock Sie nimmt auch einen großen Teil des Abends ein, aber dennoch hat die Veranstaltung auch eine feste Struktur. Nach einigen Testläufen, die wir in meinem Laden (das Kneipen-Theater „Haus der Freude“, d. Red.) gemacht haben, sieht es jetzt so aus, dass der erste Teil der „Wundertüte“ mit Standups startet. Ich werde ins Publikum reingehen, mit den Zuschauern reden und höchstwahrscheinlich auch einen extra eingeladenen Gast interviewen.
Das kann jemand sein, der sich in der Gesellschaft engagiert, aber auch jemand, der eine besondere Geschichte erlebt hat. Der zweite Punkt ist das Gesellschaftsspiel, der dritte der Auftritt des Nachwuchskünstlers. Der zweite Teil des Abends gehört dann dem prominenten Gast. Er präsentiert sein Programm, soll aber auch dem Publikum Rede und Antwort stehen.
Warum ändern Sie das Konzept? War das „Büttchen Buntes“ nicht mehr erfolgreich?
Meckenstock Nach über zehn Jahren „Bunter Abend“ wollte ich etwas Neues machen. Ich hatte das Gefühl, dass die Luft raus ist, auch wenn das Büttchen sich in Neuss hervorragend etabliert hat - wir haben mittlerweile ein Stammpublikum von rund 150 Zuschauern. Aber ich wollte wieder etwas Unverwechselbares schaffen, denn der Bunte Abend ist vielfach - nicht immer zu meiner Freude - kopiert worden.
Dafür gehen Sie auch aus dem Theatersaal raus und verlegen die Veranstaltung ins Foyer des RLT.
Meckenstock Das Schauspielhaus ist zwar wunderschön, aber auch sehr groß, und die Zuschauer sind weit weg. Die „Wundertüte“ braucht einen intimeren Rahmen. Das Foyer ist gerade richtig, zumal da wir dort Stühle und Tische aufstellen werden, so dass die Zuschauer auch etwas trinken können. Und die Bühne auf dem Blauen Punkt werden wir ein bisschen plüschig einrichten. Das ganze soll mehr die Atmosphäre eines großen unterhaltsamen Familienfestes bekommen.
Aber ein „Büttchen Buntes“ findet noch statt.
Meckenstock Ja, und das wird mit Pomp die Reihe beenden. De Fetzer spielen, und mit Ken Bardowicks und Robert Griess kommen zwei bekannte Kollegen aus Kleinkunst und Kabarett.



















