Neuss: Creditreform findet keine Auszubildenden

VON CHRISTOPH KLEINAU -
zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 21:30

Neuss (NGZ) Die Halbjahreszeugnisse sind verteilt. Auch für Armin von Büchau ist das ein wichtiger Termin, denn der Personalentwickler der Firma Creditreform hofft noch immer auf Bewerbungen in der Post, damit er im Sommer auch alle seine Lehrstellen besetzen kann.

Vor allem für den Ausbildungsgang Fachinformatiker mit der Fachrichtung Anwendungsentwickler findet und findet sich niemand. Dabei gehörte Creditreform nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer 2009 zu den besten Ausbildungsbetrieben der Region. Lebendiger Beweis dafür ist Sascha Schlegel aus Zons, der gerade eben diesen Ausbildungsgang als Kammerbester abgeschlossen hat und prompt übernommen wurde.

Creditreform, die größte Auskunftei über deutsche Unternehmen mit allein 600 Mitarbeitern in der Firmenzentrale an der Hellersbergstraße, hat in der 131-jährigen Firmengeschichte immer ausgebildet, betont von Büchau. Auch in den wenigen Jahren, in denen sonst ein Einstellungstopp im Unternehmen galt. Ausgebildet werden Bürokaufleute (Einstellungsvoraussetzung: Fachoberschulreife), Fachinformatiker in den Sparten Anwendungsentwicklung aber auch Systemintegration und seit dem Sommer auch IT-Systemkaufleute.

Weil gerade die Fachinformatiker-Ausbildungsgänge nicht ohne sind, setzt Creditreform bei den Bewerbern die Fachhochschulreife voraus. Erwartet wird aber auch, dass der Bewerber zumindest mit einer Programmiersprache etwas anfangen kann. "Vielleicht müssen wir selbstkritisch sagen, dass unsere Erwartungen etwas zu hoch sind", sagt von Büchau mit Blick auf ausbleibende Interessenten. Aber seinen Auszubildenden biete das Unternehmen ja auch einiges. Neben der Aussicht auf eine beinahe 100-prozentig sichere Übernahme in eine Festanstellung meint er damit auch die Chance, ausbildungsbegleitend an der Fernuniversität zu studieren. Die Kosten dafür trägt das Unternehmen.

Sascha Schlegel hat diese Chance genutzt. Er studiert Informatik und hofft, 2011 auch dieses Kapitel abschließen zu können. Dass er diesen Beruf ergreifen würde, stand für den 26-Jährigen schon früh fest. 1990, im zarten Alter von sieben Jahren, kam er daheim mit Computern in Kontakt, zwei Jahre später beschäftigte er sich mit der ersten Programmiersprache, wenig später schrieb er erste Programme. Schlegel hat sein Hobby zum Beruf gemacht.

Quelle: NGZ

 
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