Neuss: Eis-Unglück: Neunjähriger im künstlichen Koma
Neuss (NGZ) Die Kripo ermittelt weiter im Fall "Reuschenberger See". Geklärt werden muss, ob in der Kreisleitstelle der Feuerwehr am vergangenen Donnerstag Fehler bei der Einsatzplanung und -umsetzung zur Rettung zweier ins Eis eingebrochener Kinder gemacht wurden.
Mit Unterstützung eines Hubschraubers holten Feuerwehrleute zuerst einen Zehnjährigen und später einen neun Jahre alten Jungen aus dem Wasser.
Der Neunjährige schwebt noch immer in Lebensgefahr. Die Ärzte haben ihn in ein künstliches Koma versetzt. Obwohl die DRK-Wasserwacht Neuss ihren Standort nur wenige hundert Meter vom Unglücksort entfernt hat, wurden die ehrenamtlichen Helfer nicht, wie in solchen Fällen eigentlich vorgesehen, angefordert.
Kreisleitstellen-Leiter Thomas Dilbens sprach gegenüber der NGZ von einem möglichen Missverständnis. Offenbar hatte sich am Donnerstagnachmittag, während der Einsatz bereits lief, ein Fahrzeug der Wasserwacht von sich aus über Funk in der Leitstelle gemeldet. Der Disponent, sagt Dilbens, sei deshalb womöglich davon ausgegangen, dass die Wasserwacht auf dem Weg zum Reuschenberger See sei.
Darüber ist auch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf informiert. "Wir stehen mit der Polizei in Kontakt", sagt Sprecher Christoph Kumpa. Ein offizielles Ermittlungsverfahren gebe es bislang aber nicht. "Momentan haben wir keine Erkenntnisse über ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten irgendeines Mitarbeiters in der Kreisleitstelle."
Wie die Uniklinik mitteilt, ist der Gesundheitszustand des verunglückten Neunjährigen derweil stabil, aber weiterhin ernst. "Über die neurologische Situation kann man derzeit keine Prognose treffen", sagt Klinik-Sprecherin Susanne Dopheide. "Das wird erst in einigen Tagen der Fall sein, wenn man ihn aus dem künstlichen Koma holen kann." Der Junge liegt seit dem Unfall auf der Intensivstation.
So tragisch wie der Vorfall auch ist, aber das jetzt sogar gegen die Einsatzkräfte ermittelt wird, die sich nebenbei bemerkt tagtäglich für andere auch noch selber in Gefahr begeben, setzt dem...
Auch ich war früher Retter. Ich kann nur sagen,wenn Hilfsorganiationen bei einem Eisunfall anrücken handelt es sich meist nicht mehr um Rettung, sondern um Bergung.



















