Neuss: Stadtwerke-Fusion vor der Entscheidung
Neuss (NGZ) Neuss Im Stadtrat soll am Freitag Abend das Schlusskapitel des Stadtwerke-Krimis geschrieben werden. Auch 24 Stunden vor der Entscheidung wurde über das Ergebnis am Donnerstag noch spekuliert.
Die wahrscheinliche Variante: Es kommt zu einer Fusion der Stadtwerke Neuss (SWN) Energie und Wasser mit den Krefelder Werken. Seit Mittwoch favorisiert die CDU eine „kleine Lösung“, die nur den Versorgungsbereich einschließt. Entwässerung und Entsorgung bleiben danach außen vor.
Gut möglich, dass die CDU mit ihrer absoluten Mehrheit die Weichen allein in Richtung Krefeld stellen muss. SPD, FDP und Die Linke/Unabhängige werden die Beschlussvorlage ablehnen. Die Bündnisgrünen treffen sich am Freitag um 15.15 Uhr noch einmal zu einer Sitzung. „Ich weiß nicht, welchen Weg wir einschlagen werden“, gab Fraktionschef Michael Klinkicht am Donnerstag noch keinen Fingerzeig: „Uns wird die Entscheidung nicht leicht gemacht. Täglich stehen wir vor einer neuen Situation.“ Ursprünglich waren die Grünen für die Fusion. Die vielen Richtungsänderungen hätten aber das Vertrauen in die Verhandlungsführung schwinden lassen.
In Krefeld würde offenbar die auf den Versorgungsbereich „abgespeckte Lösung“ akzeptiert. Bürgermeister Napp hat von seinem Amtskollegen, Oberbürgermeister Gregor Kathstede, „positive Aussagen“ erhalten. Bereits am Samstag um 8 Uhr tritt der Aufsichtsrat der Krefelder Stadtwerke zusammen, um das neue Fusionspaket abzusegnen; am Mittwoch soll der Rat zustimmen. In Neuss tritt am Freitag vor der Ratssitzung auch noch einmal der Stadtwerke-Aufsichtsrat zusammen, um seinerseits grünes Licht für die Fusion in der nun gewählten Form zu geben.
Mit „Erleichterung“ nahm Heinz Runde das Votum der CDU-Fraktion zur Kenntnis: „So können wir die harte Arbeit von 18 Monaten doch noch zum Erfolg führen.“ Es wäre „schön“ gewesen, so Runde, die Entsorgung mit einzubinden, „aber wir müssen den Spruch der Politik akzeptieren.“ Auch Bürgermeister Herbert Napp findet es „hervorragend“, dass sich die Christdemokraten „mit breiter Mehrheit“ für die Fusion entschieden haben. In seinen Augen sind „dreiviertel des Weges“ geschafft.
Die SPD sieht die Fusion mit Krefeld als gescheitert an und präsentiert nun einen „dritten Weg“. Sie benennt die RheinEnergie AG als möglichen Partner: „Die Kölner sind offen für Gespräche.“ Derweil wirft die FDP dem Bürgermeister vor, die Fusion „durchzupeitschen“. Die Liberalen stützen Klaus-Karl Kaster (CDU). Der Vorsitzende des Finanzausschusses war in seiner Fraktion mit dem Vorschlag gescheitert, auch das jüngste Düsseldorfer Angebot in Ruhe zu prüfen.


















