Neuss/Grevenbroich (NGZO). In Neuss wird es ab kommendem Jahr nur noch ein Finanzamt geben – im Hammfeld. Ihre Steuern zahlen müssen die Neusser dennoch wie bisher. Die Finanzämter im Rhein-Kreis Neuss werden neu organisiert.
Die bislang drei Finanzämter mit insgesamt rund 600 Mitarbeitern werden aufgelöst und zu zwei neuen formiert – in Neuss und Grevenbroich. Das Finanzamtsgebäude an der Schillerstraße wird abgerissen.
Einen entscheidenden Schritt dazu taten Landesfinanzminister Dr. Helmut Linssen und einige andere am Freitag in Grevenbroich. Dort wurde der erste Spatenstich für ein neues, 12,6 Millionen Euro teures Finanzamtsgebäude für 260 Mitarbeiter gesetzt, das im Frühjahr 2011 fertig sein soll. Bauherr ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW in Düsseldorf.
Doch es geht um viel mehr als nur neue Mauern und Büros: "Mit dem Neubau ist zugleich eine Neustruktrukturierung verbunden", erläuterte Landesminister Dr. Linssen. "Die bisherige Größe der Ämter ist nicht optimal." Mit der Umstellung entstehen nun größere Einheiten.
Damit werden auch die Finanzamtsbezirke neu zugeschnitten. Das Finanzamt im Neusser Hammfeld soll dann für die Menschen in der Quirinusstadt sowie für die Städte Meerbusch und Kaarst zuständig sein. Die Dormagener und Korschenbroicher dagegen müssen künftig – wie Grevenbroicher, Jüchener und Rommerskirchener – ihre Einkommensteuererklärung nicht mehr in Neuss, sondern in Grevenbroich abgeben.
Mit der neuen Organisation sind auch für die Beschäftigten viele Veränderungen verbunden. Klar ist, dass etliche Finanzamtsmitarbeiter umziehen müssen, beispielsweise von Neuss nach Grevenbroich.
Beim ersten Spatenstich gab's deshalb keineswegs nur zufriedene Gesichter. "Wir vom Personalrat sind gegen die Fusion", erklärt Thomas Mostert, Vorsitzender des Personalrats beim Finanzamt Neuss II im Hammfeld. Richard Pomp, Personalratsvorsitzender im Finanzamt I, ergänzt: "Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW erklärt, dass die Sanierung des Gebäude an der Schillerstraße nicht mehr sinnvoll ist. Wir sind dagegen der Meinung, dass es nach einem Umbau doch weiter genutzt werden kann."
Hans Gerd Böhme, Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW in Düsseldorf, hält dagegen: "Die Fassade und anderes muss saniert werden, das Gebäude ist energetisch nicht auf modernem Stand. Eine Sanierung des Gebäudes an der Schillerstraße rentiert sich nicht."
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