Neuss (NGZ). Weil der Pharmariese Glaxo Smith Kline nicht ausliefern kann, wird der Sechsfachimpfstoff für Babys und Kleinkinder langsam knapp. "Zwei Millionen Impfdosen fehlen insgesamt, die Vorräte reichen noch bis Ende Februar", sagt Dr. Jürgen Funck, Obmann des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und niedergelassener Arzt in Norf.
Die Sechsfachimpfung wird vier Mal im ersten Lebensjahr verabreicht. "Sie bietet einen sehr guten Rundumschutz gegen Tetanus, Diphterie, Hepatitis-B, Kinderlähmung, Keuchhusten und Hirnhautentzündung", so Funck.
Glaxo Smith KLine ist einziger Hersteller des Sechsfachimpfstoffs. "Die Abhängigkeit ist natürlich denkbar ungünstig, lässt sich aber momentan nicht ändern", sagt Jürgen Funck. Rund 540 Impfdosen hat der Norfer Kinderarzt noch in seinem Kühlschrank gelagert, "bei den Kollegen dürfte es ähnlich aussehen". Zudem halten Apotheken und Krankenhäuser noch einen Vorrat bereit.
"Grund zur Panik gibt es nicht", versichert auch Dr. Michael Dörr als Kreisamtsarzt. Klagen aus der Bevölkerung habe es noch nicht gegeben. "Sollte es zu Engpässen kommen, würden wir die vierte Impfung verschieben. Durch drei Impfungen ist bereits ein guter Schutz gewährleistet, eine zeitliche Verzögerung ist kein Problem", beruhigt Funck bereits im Vorfeld. Derweil hat der Hersteller offiziell Stellung bezogen und stellt kurzfristig eine neue Liederung des Impfstoffes in Aussicht: "Der Impfstoff ist ab Mitte nächster Woche wieder in den Praxen verfügbar."
Auch der Vierfach-Impfstoff (Masern Mumps, Windpocken und Röteln) von Glaxo Smith Kline wird knapp. "Die Lieferverzögerungen sind bedingt durch die Pandemie-Impfstoff-Produktion", heißt es von Glaxo Smith Kline, der den Schweinegrippe-Impfstoff produziert.
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