Neuss (NGZ). Neuss (schum) Die Aufgabe ist wichtig, die Bezahlung mager: Nur 424 Euro im Monat erhalten Frauen und Männer, die sich als so genannte Tagespflegepersonen beim städtischen Jugendamt registrieren lassen. Dafür betreuen sie 40 Stunden in der Woche ein in der Regel unter drei Jahre altes Kind. Weil der Bedarf steigt, es aber an qualifizierten Betreuungspersonen fehlt, soll jetzt der finanzielle Anreiz verbessert werden: Auf Antrag der CDU beschloss der Jugendhilfeausschuss am Donnerstag, dass die Verwaltung den (Kosten-) Rahmen für eine rund 15-prozentige Erhöhung der Entlohnung prüft.
„Der Anreiz muss einfach erhöht werden“, sagte Ausschuss-Vorsitzender Thomas Nickel (CDU). „Wir sind auf die Pflegepersonen gerade bei den ganz kleinen Kindern einfach angewiesen.“ Die Zahlen sprechen Bände: Ende 2006 waren nur noch 95 Tagespflegekräfte registriert, ein Jahr zuvor waren es noch 131. Gründe: Viele Frauen nehmen diese Tätigkeit ausschließlich in der Elternzeit wahr, mangelnde Kooperationsbereitschaft der Eltern, eigene Familienplanung oder Wechsel in eine besser bezahlte Tätigkeit.
Erfahrene engagierte Tagespflegepersonen haben jetzt in einem Gespräch Vorschläge gesammelt, die aus ihrer Sicht die Kindertagespflege für die Tagesmütter attraktiv gestalten würde: Fortzahlung der öffentlichen Mittel auch in Ausfallzeiten; regelmäßige Anerkennung und Wertschätzung durch die Eltern und das Jugendamt; eine positive Berichterstattung in den Medien; ein höherer Stundensatz für besser qualifizierte Tagesmütter.
Suche nach neuen Kräften
Neue Chancen für Tagesmütter und -väter ergeben sich durch landesrechtliche Änderungen. So soll künftig erlaubt sein, dass bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreut werden können. Es können sich auch Tageseltern zusammenschließen und so mehrere Kinder gleichzeitig betreuen. Bei der Suche nach entsprechenden Räumlichkeiten ist, so Jugendamts-Abteilungsleiter Heribert Rothhausen, das Jugendamt behilflich.
Zum Beispiel könnten dies leer stehende Räume in Kindergärten sein. - In 2006 wurden 190 Kinder (2005: 175) durch Vermittlung des Jugendamtes vermittelt. 69 Prozent von ihnen waren drei Jahre oder jünger. Für diese Altersgruppe bestehen in Neuss 454 Plätze in Kindertageseinrichtungen und bei Tagesmüttern. Damit wird ein Versorgungsgrad von 14 Prozent erreicht. Das Land fordert bis 2010 einen Versorgungsgrad von 20, bis 2013 von 35 Prozent. Rothhausen: „Der Bedarf ist vorhanden, das zeigen die Anfragen, die bei uns eingehen.“
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