Neuss (NGZ). neuss Die Stadt Neuss wird in den kommenden drei Jahren rund 20 Millionen Euro in den Umbau von neun Schulstandorten in eine Offene Ganztagsgrundschule (OGS) stecken. Lediglich 4,4 Millionen Euro sind an Fördermitteln zu erwarten, den Rest schultert die Stadt aus eigener Kraft.
Offene Ganztagsschule
Zur Weiterentwicklung des „Neusser Modells“ (mehr Geld, mehr Personal, mehr Stunden) beabsichtigt die Verwaltung, nach Abstimmung mit den Schulen und den Trägern der Betreuung nach den Sommerferien zur ersten Sitzung des Schulausschusses einen Vorschlag zu erarbeiten, der die Erfahrungen mit der OGS aus den beiden ersten Jahren (Schuljahre 2004/05 und 2005/06) berücksichtigt.
Die Stadt spielt kreisweit eine Vorreiterrolle bei der Einführung der Offenen Ganztagsgrundschule. Sechs Grundschulen gingen vor zwei Jahren als OGS-Schulen als Pioniere an den Start. Wenn die Umbaumaßnahmen, zu denen auch Sanierungen gehören, abgeschlossen sind, haben fast alle Neusser Grundschulen diese Betreuungsform eingeführt.
„Eine große Herausforderung, vor der Schulverwaltung und Hochbauamt stehen“, sagt Gottfried Scheulen, Leiter des Schulverwaltungsamts. Er betont: „Es geht nicht nur um die OGS, sondern parallel auch um den Brandschutz.“ Die Rathaus-Experten haben vor allem die Martinus-Grundschule in Holzheim im Blick. wo das Umbauvolumen mit 4,7 Millionen am größten ist.
Nach den Sommerferien sollen die Arbeiten dort beginnen und erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 abgeschlossen sein. Die Einrichtung der OGS wird mit einer Gesamtsanierung des Gebäudebestandes verbunden. Ziel ist es, dort eine Erweiterung zu schaffen, die eine dauerhafte Dreizügigkeit der Schule erlaubt. Unter anderem werden dort die Hausmeister-Wohnung abgerissen und die Pavillons entfernt. Neu entstehen werden unter anderem fünf Betreuungsräume.
Erheblich sind die Investitionen mit 4,1 Millionen Euro auch an der St.-Andreas-Schule in Norf, wo für die Arbeiten die Jahre 2007/08 vorgesehen sind. Es wird drei Betreuungsräume geben, ebenso in einem Anbau drei neue Klassenräume. Die weiteren Schulen sind: Doppelstandort Alfred-Delp-/Anne-Frank-Schule (1,0 Millionen), Burgunderschule (1,8 Millionen), Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (838 000), Die Brücke (1,0 Millionen), Leoschule (2,7 Millionen), St.-Hubertus-Schule (625 000), St.-Konrad-Schule (2,9 Millionen).
Liegt die Stadt Neuss bei der Offenen Ganztagsschule mit ihrem „Neusser Modell“ hinsichtlich Personaleinsatz schon deutlich über den Vorgaben des Landes, so wird sie für das kommende Schuljahr ihre pädagogischen und finanziellen Anstrengungen weiter ausbauen.
Es ist Ziel des Schulministeriums, OGS-Schulen in Wohngebieten mit einer problematischen Sozialstruktur zu entwickeln. Merkmale dafür sind unter anderem: ein deutlich erhöhter Anteil von ausländischen Schülern und Schülern mit Migrationshintergrund, hohe Fallzahlen bei Hilfen zur Erziehung, auffällige Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung hoher Anteil von Kindern aus unvollständigen Familien beziehungsweise aus Familien in belasteten Situationen.
Für Neuss hat die Verwaltung neben dem Neusser Modell nun „OGS plus“ entwickelt. Mit „OGS plus“ wird die Stundenzahl einer Fachkraft in der Gruppe von 25 auf 35 Wochenstunden heraufgesetzt. „Zusätzlich soll im Budget ein Betrag von 200 Euro pro Kind und Schuljahr bereitgestellt werden“, erläuterte Schuldezernentin Dr. Christiane Zangs. „Das Geld soll dazu dienen, die je nach Standort besonderen Förderschwerpunkte personell und sächlich zu sichern.“ Die Stadt steigt finanziell dort stark ein: Liegt der städtische Anteil bei einer normalen OGS-Gruppe bei 8 810 Euro (Land: 20 500 / Elternbeiträge: 12 000), so sieht dies bei „OGS plus“ anders aus: Stadt 23 410 Euro - Land 20 500 Euro.
Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden ebenfalls berücksichtigt. Die Gruppengröße soll von 25 auf 12 Kinder herabgesetzt werden, wodurch sich die Gesamtförderung für diese Kinder verdoppelt. „Ein sehr guter Weg, der damit in Neuss eingeschlagen wird“, sagte Stephanie Wellens, Vorsitzende des Schulausschusses, und signalisierte bereits Zustimmung durch die CDU-Fraktion.
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