Neuss (NGZ). Neuss Es gibt Bullerbü; und es gibt Saltkrokan. Es gibt Lönneberga; und es gibt Birkenlund. Vermutlich gibt es auch die Krachmacherstraße und irgendwo auch ein Dach, auf dem Karlsson lebt. Aber eine Borkafeste? Oder Mattisburg?
Während sich für fast alle Bücher von Astrid Lindgren die Schauplätze irgendwo in und um ihre Heimatstadt Vimmerby festmachen lassen, bleibt der Wald, in dem „Ronja Räubertochter“ mit ihren Eltern Mattis und Lovis lebt, im Vagen.
Deswegen kann er auch im Benrather Schlosspark liegen. Jedenfalls sieht das Bernd Plöger so, der in seiner Jugend viele Stunden dort verbrachte, zwischen Büschen und Bäumen herumstrolchte und kurzerhand auch Lindgrens Ronja samt ihrem Freund Birk auf Erkundung des Terrains schickte.
Genau genommen waren es Carmen Betker und Tim Knapper, die sich im Dschungel des Schlossparks behaupten mussten und zum Beispiel den Freiheitsschrei von Ronja nach Herzenslust ausprobieren sollten. „Zum Erschrecken einer Kindergarten-Gruppe und ihrer Erzieher“, erinnert sich Plöger lachend.
Der Düsseldorfer, der einige Jahre als Regieassistent am RLT gearbeitet hat, kehrt für die Weihnachtsproduktion der Bühne zurück: Er führt Regie bei „Ronja Räubertochter“, die von Carmen Betker verkörpert wird.
Dass es nicht einfach sein wird, gegen die Bilder im Kopf und vor allem des berühmten Films von 1984 anzukommen, weiß Plöger genau. Er selbst geht unvoreingenommen an die Sache heran, hat das Buch gerade erst gelesen, und den Film werde er sich erst anschauen, wenn die Premiere vorbei sei, sagt er. Im Grunde klingt sein Konzept für die rund 70-minütige Aufführung (ohne Pause) ganz simpel: „Mit den Mitteln des Theaters einen neuen Zauber stattfinden lassen.“
Da dürfen denn auch Nebelschwaden auf der Bühne wabern, findet er, oder Schmetterlinge schlüpfen ... aber seine Ausstatterin Katharina Sichtling sah sich dennoch vor der „Quadratur des Kreises“, um die Verankerung des Stücks in der Natur sichtbar zu machen, ohne dafür ein naturalistisches Bild auf die Bühne zu stellen. Licht und Ton werden eine große Rolle spielen, so viel mag sie verraten. Ansonsten gilt: anschauen und sich überraschen lassen.
Oberstraße 95, Sonntag, 4. November, 15 Uhr (Premiere) Karten 0 21 31 / 26 99 33
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