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Neuss: CDU ringt um Schulkonzept

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 23.02.2011

Neuss (NGZ). Die CDU-Fraktion will keinen "Schulversuch in Neuss", anders als Bürgermeister Herbert Napp, der die Gemeinschaftsschule wegen der geringen Anmeldezahlen an Haupt- und Realschulen diskutieren will.

Bürgermeister Herbert Napp (CDU) und CDU-Fraktions-Vize Anne Holt streiten über die Zukunft der Schulpolitik. Foto: NGZ
Bürgermeister Herbert Napp (CDU) und CDU-Fraktions-Vize Anne Holt streiten über die Zukunft der Schulpolitik. Foto: NGZ

Der Schulausschuss erlebte gestern einen Vorgeschmack auf die große Diskussion, die im Frühjahr beginnen wird, wenn die abschließenden Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen vorliegen. In der "Aufwärmrunde" gestern Abend äußerte sich die schulpolitische Sprecherin der SPD, Gisela Hohlmann, noch zurückhaltend, sprach von der Schullandschaft, die in Bewegung sei: "Wir müssen wach sein und neue Ideen auf den Weg bringen." Das hat tags zuvor Bürgermeister Herbert Napp (CDU) bereits getan: Auf die bis dato dramatischen Rückgänge im Haupt- und Realschulbereich reagierte er mit der Aufforderung an die Ratspolitiker, sich mit der Gemeinschaftsschule zu befassen.

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Schüler von auswärts

Die Neusser Gesamtschulen sind auch bei Schülern aus anderen Kommunen im Rhein-Kreis beliebt. Die Schulleiter räumen jedoch den heimischen Bewerbern Vorrang ein. Die Janusz-Korczak-Schule nimmt drei Schüler aus Kaarst und einen aus Grevenbroich auf, die GS An der Erft fünf Schüler aus Grevenbroich und die GS Nordstadt je sechs Schüler aus Kaarst und Düsseldorf.

Schon beim Thema dritte Gesamtschule lagen Bürgermeister und CDU-Fraktion jahrelang weit auseinander. Das ist jetzt nicht anders: Noch vor der Ausschusssitzung positionierte sich die CDU in einer Presseerklärung: "Wir sollten nicht jeder Idee der rot-grünen Landesregierung hinterher rennen", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Anne Holt. "Selbst Bildungsministerin Löhrmann hat die Gemeinschaftsschule, bei der es sich gegenwärtig um einen Schulversuch handelt, als vorrangiges Modell für den ländlichen Raum bezeichnet", ergänzte Schulausschuss-Vorsitzende Stephanie Wellens. Holt: "Den Schulfeldversuch von Rot-Grün zur Gemeinschaftsschule, der ohne gesetzliche Grundlage gestartet wurde, braucht Neuss nicht." Ehe über einzelne Schulen gesprochen werde, wolle man das Wahlverhalten der Eltern in der zweiten Anmeldungsrunde im März abwarten. "Gegebenenfalls können wir dann über eine Verbundschule, also den organisatorischer Verbund von Haupt- und Realschule, beraten."

CDU-Fraktions-Vize Anne Holt. Foto:

Bernhard Pickert-Goldenbogen (Linke) sprach von einem "Stöckchen", dass Napp mit der Gemeinschaftsschule der Politik hingeworfen habe. Der SPD warf er vor, schon an die vierte Gesamtschule zu denken, ohne zu sagen, dass dann eine Schulform geschlossen werden müsse. "Es ist definitiv klar, dass nicht alle vorhandenen Schulen erhalten bleiben können." Sein Vorschlag: "Wir sollten mit dem Bürgermeister in die Diskussion über die Gemeinschaftsschule eintreten." Gestern wurden im Ausschuss die exakten Anmeldezahlen der Gesamtschulen vorgelegt.

Janusz-Korczak 225 Anmeldungen, 116 Aufnahmen, davon: 1 mit Hauptschulempfehlung (HS), 73 mit Realschul (RS)- bzw. HS/RS-Empfehlung, 42 mit Gymnasial- bzw. RS/GY-Empfehlung.

An der Erft 155 Anmeldungen, 116 Aufnahmen, davon: 37 HS, 70 RS bzw. HS/RS, 9 GY

Nordstadt 99 Anmeldungen, 107 Aufnahmen, davon: 22 HS, 69 RS bzw. RS/GC und 7 GY.

Quelle: NGZ


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