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Neuss: CDU will Realschulen erhalten

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 11:22

Neuss (NGZ). In einer Fraktionssitzung einigte sich die CDU darauf, der Errichtung einer neuen Gesamtschule zuzustimmen. Die beiden Nordstadt-Realschulen bleiben erhalten. Das Schicksal von vier weiteren Schulen ist noch ungewiss.

Am Montag demonstrierten Mädchen der Mildred-Scheel-Realschule für den Erhalt ihrer Schule.   Foto:  L. Berns
Am Montag demonstrierten Mädchen der Mildred-Scheel-Realschule für den Erhalt ihrer Schule. Foto: L. Berns

Geht es nach der CDU, so werden die Mildred-Scheel-Mädchen-Realschule und die Christian-Wierstraet-Realschule nicht geschlossen. Drei Stunden lang diskutierte die Fraktion am Montag Abend die Schließungspläne der Verwaltung, von der sechs Schulen betroffen sind. Am Ende stand ein dreiteiliger Beschluss: "Erstens stimmen wir der Errichtung einer dritten Gesamtschule zu, um dem Elternwillen Rechnung zu tragen", sagte Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Baum. "Zweitens lehnen wir die Schließung der beiden Realschulen ab, und drittens fordern wir die Verwaltung auf, nach einem geeigneten Standort für die Gesamtschule zu suchen. Das muss nicht zwingend die Nordstadt sein."

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Politiker reagieren

Die Rathaus-Schulpläne tragen "keine liberale Handschrift", sagt FDP-Vorsitzender Miroslav Pavetic. "Wir lehnen die Schließung der beiden Grundschulen ab. Mit uns ist ein längerer und gefährlicherer Schulweg nicht zu machen." Aus Sicht der Grünen wird eine neue Gesamtschule dazu führen, dass aufgrund rückläufiger Schülerzahlen bestehende Schulen geschlossen werden müssen.

Über die ebenso von Schließung bedrohten Barbaraschule, St.-Hubertus-Schule, Hauptschule Gnadentaler Allee und Ganztagshauptschule Weißenberg wurde nicht abschließend befunden, "dafür reichte die Zeit nicht", so Baum, "sie behandeln wir in der nächsten Fraktionssitzung in zwei Wochen". Seine persönliche Meinung formulierte Baum in einer Zahlen-Formel: "Aus sechs mach drei plus eins." Soll heißen: Drei der genannten sechs Schulen könnten geschlossen werden (wahrscheinlich die beiden Hauptschulen und eine Grundschule), und neu hinzu kommt die Gesamtschule.

Ob es zu solchen Entscheidungen kommen wird, ist ungewiss. Denn Bürgermeister Herbert Napp, der in der vergangenen Woche die umfangreichen Umstrukturierungspläne öffentlich machte, sprach gestern von einer "ersten Lesung" zu diesem Thema, der weitere folgen werden. Zufrieden äußerte er sich darüber, dass die CDU ein "klares Bekenntnis zur dritten Gesamtschule abgegeben hat". Er machte aber deutlich, dass zur Errichtung der Gesamtschule die Schließung auch einer Realschule notwendig sei. Napp: "Ich gehe davon aus, dass es für die vorgeschlagene Richtung der Verwaltung Mehrheiten gibt. Änderungen sind bei Vorschlägen natürlich möglich."

Aus Sicht des schulpolitischen Sprechers der CDU, Andreas Hamacher, sei ein "wichtiges Zeichen gesetzt" worden. Allerdings fehlt dem erklärten Gesamtschul-Gegner "noch die Fantasie, wie es möglich sein soll, beide Realschulen zu erhalten und eine Gesamtschule zu errichten. Woher kommt die nötige Schülerzahl?" Er sei nicht bereit, am Fraktionsbeschluss Abstriche zu machen. Der CDU-Beschluss löste an beiden Realschulen keinen Jubel aus. "Ein Standort einer neuen Gesamtschule in der Nordstadt würde uns schwächen", glaubt Wierstraet-Rektor Heinz-Josef Malczewski. "Die Sache ist noch nicht ausgestanden", ist Wilhelm Conrads, Rektor der Mildred-Scheel-Schule überzeugt. "Ein eindeutiges Bekenntnis zu unserer Mädchen-Realschule wäre mir lieber."

Quelle: NGZ


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