Neuss (NGZ). Neuss Es war eine ganz besondere Atmosphäre, die am Freitagabend die Gäste schon im Foyer des Neusser Zeughauses empfing: Sie wurden nicht nur mit einem Glas Riesling-Sekt und Kanapees willkommen geheißen, sondern auch mit den dezenten Klängen einer Guzheng, einer chinesischen Zither. Das Motiv sollte sich durch den ganzen Abend ziehen: Fernost trifft Neuss, China ist für einen Abend zu Gast in der Quirinusstadt.
Zitate des chinesischen Philosophien Konfuzius sind in offiziellen Ansprachen immer beliebt, für Bürgermeister Herbert Napp waren sie in seiner Begrüßungsrede bei diesem Motto Pflichtprogramm: „Begegnest du jemandem, der ein Gespräch wert ist, und du versäumst es, mit ihm zu reden, dann hast du einen Menschen verfehlt.
Begegnest du jemandem, der kein Gespräch wert ist, und du redest mit ihm, dann hast du deine Worte verfehlt. Weise ist, wer stets den richtigen Menschen und die richtigen Worte findet.“ Mit mehr als 400 Gästen - ein Rekord bei der vierten Auflage des Festlichen Abends - und vielen Möglichkeiten, Worte zu wechseln, gab es für die letzte Variante ausreichend Gelegenheit - bei exklusiver Bewirtung.
Das von der „World Association of Chinese Cuisine“ ausgezeichnete Düsseldorfer Restaurant „Jinling“ reichte Peking-Ente im Crèpes-Mantel mit Pflaumenwein. Und auch die führenden Neusser Gastronomen, die im Zeughaus kleine Köstlichkeiten anboten, hatten sich bemüht, Häppchen mit fernöstlichen Aromen ins Programm aufzunehmen.
Ein Auszug: Das „Stübchen“ kredenzte eine Curry-Zitronengrassuppe, der „Herzog von Burgund“ Schaumsuppe von der Maispoularde mit Ingwer, das Swissôtel gebackene Steingarnelen im Sesammantel auf Asiagemüse und das „Spitzweg“ bunten Linsensalat mit Madeira-Soße. Bodenständig servierte der Drusushof Schweinefilet in Blätterteig. Das Dessert (Walter Patisserie) war wenig chinesisch - und sehr schokoladig.
Wer dort zu oft zugelangt hatte, konnte dem Magen anschließend mit einem chinesischen Reisschnaps helfen. In ein chinesisches Kabinett hatte das „Düsseldorf China Center“ den Roten Saal verwandelt. Dort wurde den Gästen nicht nur Tee angeboten, der nach traditioneller Zeremonie zubereitet wurde. Wer einen stressigen Tag hinter sich hatte, konnte fernöstliche Entspannungskompetenz in Anspruch nehmen, sich in einen der beiden Massagestühlen setzen oder die Hände massieren lassen.
„Wir freuen uns, dass unsere Länder zurzeit eine sehr gute Beziehung unterhalten, die große Perspektiven hat“, hatte der Ehrengast des Abends, der chinesische Botschafter Ma Canrong, erklärt, bevor er sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Der Austausch zwischen China und der Stadt Neuss auf den Gebieten Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Technik seien ein Vorbild dafür. Auch Napp betonte: „Es geht nicht nur um Folkloristisches. Unsere Region am Rhein ist ein Schwerpunkt für Unternehmen aus China.“ Deshalb seien gegenseitiges Verständnis und Kontaktpflege wichtig - auch aus wirtschaftlichen Gründen.
Danach übernahmen es chinesische Musiker und Akrobaten, den Gästen die Kultur ihres Landes näher zu bringen: Humorvoll und unterhaltsam moderierten NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten, Vorsitzender der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Neuss (DCGN), und sein DCGN-Stellvertreter Guy Lin die Darbietungen: Die Artisten balancierten mit bis zu zehn Schirmen auf der Bühne, tanzten mit Tüchern und Fächern und sangen Liebeslieder auf ihre Heimat.
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