Neuss (NGZ). Neuss Auf einmal ging es am Donnerstag Nachmittag ganz schnell in der Innenstadt: Fast fluchtartig verließen die Kunden die Geschäfte, als um 16.32 Uhr der Strom und somit auch das Licht im gesamten Hauptstraßenzug ausfiel. In manchen Fällen suchten die Leute freiwillig den Weg auf die Straße, weil sie sich nicht mehr zurechtfanden, andere wurden gebeten, die Häuser zu verlassen.
„Gerade die Geschäfte, die kaum mit Tageslicht arbeiten, oder Drogerien, die ja sehr kleinteilige Dinge verkaufen, hatten natürlich Angst vor Diebstählen“, erklärte am Donnerstag Thomas Toll, Vorsitzender des City Treffs, auf Anfrage der NGZ.
Kein Brand, nur Qualmbildung
Grund für den Zwischenfall war der Ausfall einer 110 000-Volt-Anlage an der Memeler Straße. „Wir haben erst vermutet, dass dort ein Vogel hineingeflogen ist, aber dann hat sich herausgestellt, dass es ein sogenannter Sammelschienen-Kurzschluss war“, sagte Lambert Brosch von der Unternehmenskommunikation von RWE, der selber am Hafen vor Ort war. Es sei aber lediglich zu einer Qualmbildung gekommen, gebrannt habe es nicht. „Trotzdem mussten wir erst mal abwarten, bis wir unsere Leute in die Anlage hineinschicken konnten, ohne sie zu gefährden“, so Brosch.
Bis die Stromversorgung in der Innenstadt wieder zu hundert Prozent hergestellt war, dauerte es jedoch einige Zeit. Zwar arbeitete die Anlage um 17.10 Uhr bereits zu einem Viertel, volle Leistung gab es aber erst wieder ab 18.09 Uhr. „Wie es genau zu dem Sammelschienen-Kurzschluss gekommen ist, wissen wir noch nicht“, sagte Lambert Brosch am Donnerstag Abend und kündigte eine Untersuchung an.
Die Einzelhändler tröstete das natürlich wenig, schließlich war der Stromausfall für sie in der denkbar ungünstigsten Zeit passiert. „Ab 17 Uhr füllt sich die Stadt immer, da dann viele Leute von der Arbeit kommen“, beschrieb Toll die Problematik.
Profitiert hat davon sicherlich am Donnerstag der Kaufhof, der dank Notstrom den Betrieb fast ohne Unterbrechung aufrechterhalten konnte. Auch Bars und Kneipen blieben zum Teil geöffnet - sie setzten Kerzen oder Taschenlampen ein.
Etwas problematischer wurde es mit dem Thema Licht jedoch bei den Ampelanlagen im Stadtgebiet, die zum Teil komplett ausgefallen waren. Aber Unfälle gab es laut der Polizei zum Glück keine.
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