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Neuss feiert 800-Jahr-Feier: "Das Münster lächelt"

VON CARINA WERNIG - zuletzt aktualisiert: 09.10.2009 - 23:08

Neuss feiert 800-Jahr-Feier (NGZO). Mit einem festlichen Hochamt und einem Empfang feierten die Pfarre St. Quirin und die Stadt Neuss am Freitag Abend den Tag der Grundsteinlegung des Quirinusmünsters vor genau 800 Jahren am 9. Oktober 1209.

Voll besetzt war das Quirinusmünster am Freitagabend, als die Pfarre St. Quirin die 800-Jahr-Feier der Grundsteinlegung ihrer Kirche mit einem feierlichen Hochamt beging.  Foto:  H. Jazyk
Voll besetzt war das Quirinusmünster am Freitagabend, als die Pfarre St. Quirin die 800-Jahr-Feier der Grundsteinlegung ihrer Kirche mit einem feierlichen Hochamt beging. Foto: H. Jazyk

Hell erleuchtet erstrahlte das Quirinusmünster am Freitag Abend passend zum besonderen Anlass: Genau vor 800 Jahren wurde sein Grundstein gelegt. Und dieses Jubiläum wollten zahlreiche Neusser in der Kirche ihres Stadtpatrons feiern: Etwa 400 Besucher kamen zum feierlichen Hochamt ins Münster.

Und das Quirinusmünster strahlte wirklich. Davon war Oberpfarrer Monsignore Guido Assmann überzeugt, der in seiner Predigt sagte: "Die Kirche ist voll, und das Lob Gottes erklingt. Das Quirinusmünster würde heute lächeln, wenn es könnte." Das Alter habe seine Spuren hinterlassen, aber es stecke das Glaubenszeugnis von Generationen im faltigen Gesicht der Kirche.

Info

Die Pferdesegnung

Heute um 12 Uhr wird Oberpfarrer Msgr. Guido Assmann auf dem Münsterplatz vor dem Quirinusmünster Reiter und Pferde segnen. Der heilige Quirinus ist auch Patron der Pferde. Quirinus-Ritte, so auch im Quirinusort Perl an der Mosel, sind heute üblich. Die Teilnehmer der Pferdesegnung treffen sich um 11 Uhr auf dem Parkplatz der Galopprennbahn, von dort aus reiten sie zum Münster.

Ein vielleicht etwas runzliges Gesicht, aber ein lieb gewonnenes, das die Neusser nicht missen wollen, das zeigt nicht nur die große Resonanz gestern Abend, sondern bereits bei den beiden Festwochen im April/Mai und Oktober.

Dass das Quirinusmünster für die Neusser mehr ist als ein reines Wahrzeichen der Stadt, betonte auch Martin Flecken, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Quirin, beim abendlichen Empfang der Stadt Neuss im Zeughaus: "Neuss ist stolz auf sein Quirinusmünster, das für uns Gotteshaus und Heimat bedeutet." Ebenso wie der Oberpfarrer im Hochamt bedankte sich Martin Flecken bei den Geldgebern und Förderern der Sanierungen, die 2006 noch unter dem langjährigen Oberpfarrer Msgr. Dr. Hans Dieter Schelauske abgeschlossen werden konnten: "Viele haben dazu beigetragen, dass Quirin erhalten blieb, unser Dank gilt neben dem Erzbistum und dem Land vor allem unseren ,urbi et orbi' – der Stadt und dem Rhein-Kreis."

In Vertretung des abwesenden Bürgermeisters Herbert Napp hatte Vize-Bürgermeisterin Angelika Quiring-Perl die Gäste im Zeughaus begrüßt und dabei an das Quirinus-Jahr 2000 mit der 950-Jahr-Feier der Übertragung der Quirinus-Reliquien erinnert: "Es ist ein seltenes Glück, dass eine Pfarre und eine Stadt innerhalb eines Jahrzehnts zwei solch schöne Jubiläen feiern können." Vor 800 Jahren und auch heute noch stehe das Münster in der Mitte der Stadt und strahle Anmut und Ruhe aus.

Im Hochamt, das wie der Empfang vom Münsterchor und dem Neusser Kammerorchester unter der Leitung von Joachim Neugart musikalisch gestaltet wurde (Mozarts Missa brevis in D-dur), hatte Oberpfarrer Assmann seine ungewöhnliche Predigt als Brief an den Baumeister Wolbero gehalten. Neben dem Dank an dessen Leistung ("Dein Bauwerk ist trotz seines Alters wunderschön!") versetzte er sich in die Zeit von 1209 und vermutete einige Schwierigkeiten mit dem von den 27 Stiftsdamen in Auftrag gegebenen Bau. Die Veränderungen, die seither am Münster vorgenommen werden mussten, hätten Wolbero sicher gefallen, mutmaßte Assmann: "Uns Neussern gefällt es." Und die seien traditionsbewusst, jedoch sei die Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich christlich. Daher brauche es Glaubenszeugen, die mutig und voll Tatkraft ans Werk gingen, damit das Münster in 100 Jahren kein Museum, sondern immer noch ein Gotteshaus sei: "Wichtiger als das Gebäude ist die lebendige Kirche."

Quelle: RP

 
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