Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Die Augustinus-Kliniken in Neuss wollen ein teil- und vollstationäres Angebot im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie schaffen.
Augustinus-Kliniken
Die Augustinus-Kliniken sind der größte Krankenhausträger der Region. Die Gesellschaft
nahm am 1. Juli 2004 ihren Betrieb auf.
Zu den Einrichtungen gehören unter anderem
das Johanna-Etienne-Krankenhaus, die psychatrische Klinik St. Alexius/St. Josef,
Behindertenwohngruppen und Seniorenheime wie zum Beispiel das Augustinushaus
in Dormagen
Damit soll ein seit langem beklagter Notstand behoben werden, der Betroffene und Angehörige bislang zwingt, die Fachkliniken der umliegenden Kreise und Städte aufzusuchen, und hier insbesondere die Klinik in Viersen-Süchteln.
Ein Umstand, der nach den gemachten Erfahrungen für die Erkrankten und ihre Familien oft genug mit großen Schwierigkeiten verbunden ist.
In Neuss gibt es lediglich die seit 1993 unter der Regie der Augustinus-Kliniken betriebene Institutsambulanz, in der momentan mehr als 400 junge Patienten im Quartal behandelt werden.
Tendenz steigend. „Die Warteliste ist riesig“, weist Paul Neuhäuser, Geschäftsführer der Augustinus-Kliniken, darauf hin, dass Eile geboten ist.
Obwohl schon 2003 die Einrichtung einer Tagesklinik, die am Lukaskrankenhaus angesiedelt werden sollte, in den Krankenhausplan des Landes aufgenommen wurde, scheiterte die Realisierung bisher an ungeklärten förderrechtlichen Fragestellungen.
Eine Geduldsprobe zu Lasten der Betroffenen. Deshalb wollen die Augustinus-Kliniken nun Nägel mit Köpfen machen und kurzfristig ein angemessenes Angebot schaffen.
„Wir treten finanziell in Vorleistung für das Land“, klärt Dr. Gert Ammermann, Geschäftsführer der Stiftung der Neusser Augustinerinnen, die neben den Neusser Alexianerbrüdern Träger der Kliniken sind, auf Nachfrage der NGZ über das Vorhaben auf.
Das regionale Planungsverfahren, in das unter anderem die Landesverbände der Krankenkassen eingebunden sind, läuft.
Kräftigen Rückenwind erhält das Projekt auch durch die Kreisgesundheitskonferenz und den Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises.
Wann genau der Antrag von der Bezirksregierung genehmigt werden könnte, ist zwar noch nicht abzusehen, die Kliniken haben jedoch schon die Garantie abgegeben, spätestens zwölf Monate nach Bescheid die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Betrieb nehmen zu können.
Synergieeffekte nutzen
Möglich ist dies nur, weil auf ein bereits bestehendes Gebäude zurückgegriffen werden kann, dass sich offenbar mit überschaubaren Mitteln umgestalten lässt.
Der moderne, zweigeschossige Bau steht in der Nähe des St.-Alexius-Krankenhauses.
Paul Neuhäuser rechnet vor, dass man von einem voll- und teilstationären Bedarf von 28 beziehungsweise 36 Betten/Plätzen ausgehe.
Eine Kalkulation, die sich aufgrund der Zahl von rund 84 000 Minderjährigen im Kreisgebiet über so genannte Bedarfsmessziffern ergeben habe.
Am angedachten Standort der neuen Psychiatrie lassen sich nach Überzeugung der Antragsteller viele Synergieeffekte erzielen.
Die Nachbarschaft zum St.-Alexius- und St.-Josef-Krankenhaus ermögliche es, auf die dort vorhandenen therapeutischen Dienste zurückzugreifen.
Günstige Bedingungen bestehen ebenfalls mit Blick auf die Kooperation mit Schulen.
Das Gebäude besitzt zum einen die direkte Anbindung an den öffentlichen Straßenraum und zum andern die notwendige Abtrennung vom klinischen Alltag der Erwachsenenpsychiatrie.
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