Neuss (NGZ). Gnadental Sie werden den Papst sehen! In Sydney! Darauf freuen sich 14 junge Leute der katholischen Gemeinde St. Konrad, auf dieses Ziel arbeiten sie seit drei Jahren hin. Denn als Papst Benedikt XVI. beim Abschlussgottesdienst zum Weltjugendtag 2005 auf dem Marienfeld bei Köln für 2008 nach Australien einlud, da war auch Alexandra Fausten als Teil einer Messdienergruppe aus Gnadental dabei.
Begeistert von dem Erlebnis des Weltjugendtages im Erzbistum Köln, verabredeten einige spontan: Da fahren wir mit. Diese Gruppe hat seitdem fast nichts unversucht gelassen, um diesem Ziel nahe zu kommen. Inzwischen ist Gewissheit: Anfang Juli geht es los.
Messdiener - uncool? Davon will Clara Bönsch gar nichts wissen. „Die Messdiener aus St. Konrad sind nicht nur mit viel Spaß beim Dienst am Altar, sondern haben den auch in den wöchentlichen Gruppenstunden“, klärt die Gruppensprecherin der Australienfahrer und Mitarbeiterin der 20-köpfigen Leiterrunde auf. „Das absolute Highlight ist für alle aber das Sommerlager - wobei es keinen stört, dass Mädchen und Jungen getrennt unterwegs sind.“
8 bis 17 Jahre alt sind die Ministranten, die in sechs Gruppen betreut werden. Doch nur wer 16 ist, darf zum Weltjugendtag - was die anderen nicht davon abhält, die WJT-Gruppe zu unterstützen. Etwa bei der Ausrichtung eines Weihnachtsmarktes, dessen Erlös in den gemeinsamen Topf ging. Andere halfen, obwohl sie nicht mitreisen können - weil sie arbeiten müssen, Klausurtermine haben oder aus anderen Gründen. Allen Unterstützern des ambitionierten Vorhabens verspricht Alexandra Fausten im Namen der Gruppe ein Dankeschön-Fest. Wenn erst Mal alle wieder heil zurück sind aus „Down under“.
Babysitter, Kellner, Helfer bei der Gartenarbeit: Unter dem Motto „Rent-a-Messdiener“ haben die 14 Reisenden im Alter zwischen 17 und 23 Jahren eine Menge gemacht, um Geld für das gemeinsame Sydneyvorhaben zu erarbeiten. Sie haben Karnevalsfeiern organisiert, zuletzt am Freitag Abend, und andere Projekte auf die Beine gestellt. Und jeder Euro ging in den gemeinsamen Topf. Damit der am Ende gerecht unter den Reisenden aufgeteilt wird, wurde ein Punktesystem eingeführt. Damit Fleiß auch belohnt wird.
„Wir sind alle mit viel Optimismus gestartet“, erklärt Alexandra Fausten, aber kaum jemand hätte mit dem Erfolg gerechnet, den das Vorhaben hatte. Trotzdem ist natürlich nicht genug im Topf, um die 1700 Euro, die das Unternehmen für jeden Einzelnen kosten wird, zu finanzieren. Manche haben gespart, manche konnten die Eltern von einem Zuschuss überzeugen, aber alle bekommen das Geld zusammen. So muss keiner von denen daheim bleiben, die seit drei Jahren den gemeinsamen Traum verfolgen.
Über die gemeinsamen Bemühungen zur Finanzierung der Reise entstand eine beinahe verschworene Gemeinschaft, die sich gleichwohl als Teil der Messdienerschaft versteht. Ein gemeinsames Wochenende, gemeinsame Sommerlager oder Wochenenden mit der Leiterrunde - die Teilnehmer sind schon oft miteinander verreist. Aber noch nie so weit. „Einige sind überhaupt noch nicht geflogen“, sagt Fausten, der beim Gedanken an eine 26-stündige Reise auch etwas flau wird. Aber die Vorfreude ist größer.
Reisevorbereitung heißt aber auch, sich auf den Weltjugendtag als spirituelles Ereignis einzustimmen. Es ist schließlich kein Zeltlager, zu dem man unterwegs ist. Wie diese inhaltliche Vorbereitung ausgestaltet werden kann, will die Leiterrunde mit Diakon Matthias Godde in der kommenden Woche besprechen.
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