Neuss - mit Video (NGZO). Zum Auftakt unserer großen ÖPNV-Serie testet die NGZ drei Verkehrsmittel. Auto, Bus oder Fahrrad – wer bringt den Fahrgast am schnellsten von der Josefskirche im Norden zum Markt? Trotz Schnee war der Radler nicht zu schlagen.
Der Wettkampf
Gleichzeitig machen sich NGZ-Redakteurin Helga Bittner mit dem Auto und NGZ-Redaktionsmitglied Arne Lieb per Bus auf dem Weg aus der Furth in die Innenstadt. Ziel ist das Café Extrablatt am Markt. Heribert Adamsky vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) wagt sich trotz des Winterwetters mit dem Fahrrad auf die Straße. Start ist um 10 Uhr.
Das Ergebnis
Der Wettkampf endet überraschend: Fahrradfahrer Adamsky kommt zuerst ins Ziel und hätte sich längst einen Kaffee bestellen können, als die anderen eintrudeln. 15 Minuten braucht er für den Weg. Der zweite Platz geht an Busfahrer Arne Lieb. Knapp danach trudelt die Autofahrerin ein – das war fast ein Remis.
Dienstag Wie bedienerfreundlich sind Fahrkartenautomaten?
Mittwoch Wie schwer ist es für eine Mutter mit Kinderwagen, sich durch die Stadt zu bewegen?
Donnerstag Die letzte Bus-Fahrt des Tages
Freitag Die neuen Fahrpreise
Das Fazit
Das Auto hat es – auf dieser Strecke und zu dieser Tageszeit – gegen Fahrrad und Bus schwer. Aber Schnelligkeit ist nicht alles, finden die Kontrahenten beim Kaffee im Ziel. Denn das perfekte Verkehrsmittel müsste außerdem gleichzeitig billig, bequem, gesund, sicher, flexibel und umweltverträglich sein und schwere Einkäufe fassen können.
Die Tester
Heribert Adamsky, Sprecher des ADFC in Neuss:
Offen gesagt: Ohne Spikereifen an meinem Fahrrad und Helm auf dem Kopf hätte ich mich nicht auf diese Fahrt eingelassen und als Wettrennen schon gar nicht. Sicherheit geht immer vor, besonders bei Eis und Schnee. Also fuhr ich vorsichtig, nicht schneller als etwa 15 Kilometer pro Stunde. Dass ich dennoch als Erster am Ziel ankam, lag einfach daran, dass ich mein Fahrrad direkt vor dem Café parken konnte, während meine Mitstreiter von Parkhaus und Haltestelle aus noch einige hundert Meter zu Fuß laufen mussten. Außerdem kenne ich mich ganz gut in der Innenstadt aus und weiß, wo welche „Schleichwege“ sind. Übrigens: Auf der Further Straße musste ich die Fahrbahn benutzen, weil die Radwege dort nicht geräumt waren. Die Autofahrer fuhren hier sehr rücksichtsvoll. Zum Radfahren im Winter empfehle ich die Tipps unter www.adfc-neuss.de.
1. Platz: 15 Minuten
NGZ-Redaktionsmitglied Arne Lieb war mit dem Bus zufrieden:
Dass ich schneller am Ziel als das Auto bin, hätte ich nicht gewettet. Aber ich musste natürlich keinen Parkplatz suchen. Überhaupt ist Busfahren vielleicht die entspannteste Art, in die Innenstadt zu kommen – wenn man in der Nähe einer Buslinie wohnt. Während der Fahrradfahrer sich körperlich verausgabte und die Autofahrerin auf den Verkehr achten musste, konnte ich aus dem Fenster schauen und ein paar Seiten lesen. Etwas anstrengend war es, dass der Bus sehr voll war. Schnell war ich jedenfalls auch: Der Bus kam an der Haltestelle Neusser Weyhe nur akzeptable anderthalb Minuten zu spät und benötigte dann für die Strecke (Preisstufe A, 2,30 Euro) genau die zwölf Minuten, die im Fahrplan angekündigt waren. Von der Neustraße aus war ich in kurzer Zeit am Markt. Und musste mir im Café keine Sorgen machen, dass mir gerade mein Fahrrad gestohlen wird.
2. Platz: 16 Minuten
Für NGZ-Redakteurin Helga Bittner ist der Bus keine Alternative:
Vielleicht hätte ich mich doch nicht für das Tranktor-Parkhaus entscheiden sollen. Denn was mich am Schluss den zweiten Platz gekostet hat, war der längere Fußweg zum Café. Für die reine Fahrt von der Fuhrt bis in die Stadt habe ich genau 13 Minuten gebraucht, wobei ich die etwa 4,6 Kilometer lange Strecke über die Römerstraße, über die Brücke am Güterbahnhof und Batteriestraße gewählt hatte. Und trotz der winterlichen Straßenverhältnisse gab es keine Probleme: Es waren aber auch nicht sehr viele Autos unterwegs, und es gab keine Staus an den Ampeln. Aber auch wenn die Kosten beim Auto im Vergleich zum Bus (das Fahrrad ist ohnehin unschlagbar) mit 2, 78 Euro (inklusive Parkgebühr von 1,40 Euro) etwas höher liegen – das Auto ist doch bequemer und der Bus deswegen für mich in Neuss keine Alternative. Das Fahrrad hingegen schon. Aber nur, wenn es wieder wärmer wird.
3. Platz: 17 Minuten
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