Neuss (NGZO). Klaus Kinski kommt nicht, dafür aber Ulrich Bunzel. So heißt die Hauptfigur (und die einzige dazu) in Klaus Pohls Stück "Nachtgespräche mit meinem Kühlschrank", das das Einzig Wahre Moment-Theater im Kulturkeller zeigen wird. Statt "Wie ein wildes Tier im Zoo" über Klaus Kinski, das Schauspieler und Regisseur Patrick Schad eigentlich gerne einstudiert hätte, aber wegen unklarer Rechte dann doch lieber aufgab.
Aber mit Pohls Stück ist der Schauspieler nicht weniger glücklich. "Es ist ein bisschen authentisch", sagt er er lachend, erzählt es doch von einem abgehalfterten Schauspieler, der in einer kleinen Bude auf St. Pauli hockt und den großen vergangenen Zeiten nachweint. Einziger Adressat seiner Litanei: der Kühlschrank namens Gerd. Zwischendurch allerdings öffnet Bunzel immer wieder sein "Fenstertheater" zu Straße, wo er den Passanten kurze Szenen vorspielt und darauf hofft, dass sie ihm ein paar Münzen in den dafür aufgestellten Hut werfen.
Immerhin: Ein Film über ihn soll gedreht werden. Mit Klaus-Maria Brandauer als Ulrich Bunzel. Der kann es natürlich nicht fassen, dass er sein Ich nicht selbst spielt ... Doch bei allem Hardern über die schlechte Welt "behält Bunzel seine Würde", sagt Schad, der ihn spielt und auch gemeinsam mit Marek Wander Wrobel Regie führt. Monologe wie der von Bunzel sind längst zur Spezialität und zum Markenzeichen des Moment-Theaters geworden. Pohls tragikomisches Stück wird da keine Ausnahme sein.
Oberstraße 17, Freitag, 4. Dezember, 20 Uhr, Premiere
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