Ausstellung im Rathausfoyer (NGZO). Sie besitzen 950 Krippen aus 74 Ländern. 80 davon haben Bruno Bourg-Broc, Bürgermeister der französischen Partnerstadt Châlons, und seine Frau Sabine nun nach Neuss gebracht und im Rathausfoyer ausgestellt.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung mit den 80 Krippen von Bruno Bourg-Broc und seiner Frau Sabine ist noch bis Montag, 28. Dezember, im Foyer des Rathauses zu sehen: montags, dienstags und mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 12.30 sowie an den Samstagen von 10 bis 12.30 Uhr.
Es ist nicht das erste Mal, das Krippen aus dem Haus Bourg-Broc verreisen, doch zum ersten Mal lässt der Bürgermeister von Neuss' französischer Partnerstadt Châlons-en-Champagne auch die Quirinusstädter an seiner großen Sammelleidenschaft teilhaben. Mit 80 nur französischen Krippen im Gepäck reiste er mit Gattin sowie einigen Verwaltungsmitarbeitern vor zwei Tagen an und packte aus.
Da die einzelnen Figuren sehr filigran sind, stehen sie nun in Vitrinen. Die Miniaturkunstwerke sind aus den unterschiedlichsten Materialien – Holz, Papier, Terrakotta, Gips, Keramik, Salzteig, Weißblech, Sperrholz, Stoff oder Kreide. Beheimatet sind sie unter anderem in den Pyrenäen, der Provence, der Bretagne und der Champagne. Von dort kommt natürlich auch eins der Lieblingsstücke des Sammlers – eine Champagner-Flasche mit einer Krippendarstellung.
Am Sonntagmittag eröffnete Bürgermeister Herbert Napp die nicht alltägliche Ausstellung. Und die Gäste erfuhren, dass es für Lametta keine französische Übersetzung gibt. Verwaltungsmitarbeiter Christophe Varoquier behalf sich bei der Übersetzung der Nappschen Rede kurzerhand mit dem Wort "décoration" und meinte: "Lametta gibt es bei uns nicht." Napp lieferte nicht nur einen kurzen Überblick über die Geschichte der Krippe, sondern sprach auch von der langen und intensiven Partnerschaft zu Châlons (seit 1972).
Erst im vergangenen Jahr sei er dort gewesen und habe die neue Rathauspassage mit Geschäften und Bistros "ganz ohne Straßenbahn" bewundert. Bruno Bourg-Broc hatte die Lacher auf seiner Seite, als er in nahezu einwandfreiem Deutsch erzählte, dass der Glückwunschbrief, den er Napp nach dessen Wiederwahl geschickt hatte, zurück kam mit dem Vermerk "Empfänger unter der angegebenen Anschrift nicht zu erreichen. Herbert Napp in Neuss unbekannt." So überreichte Bourg-Broc den leicht zerknitterten Brief nun eben persönlich.
Die Krippen-Sammelleidenschaft setzte beim Bürgermeister- Ehepaar 1987 während eines Aufenthaltes in Montreal ein. Nun – 22 Jahre später – ist die Sammlung auf 950 aus 74 Länden angewachsen, darunter fast 200 Unikate. Für deren Verwaltung und Ausleihe, unter anderem nach Namibia, ist Ehefrau Sabine zuständig. Jede Krippe sei exakt katalogisiert, von jeder gebe es ein Foto. Ob es denn nicht bald genug seien? "No", meinen beide mit Bestimmtheit. Schließlich sei ihr Haus sehr groß, da würden noch einige hineinpassen, so der Verwaltungschef. Sagt's und trinkt erst einmal einen Schluck des mitgebrachten Champagners.
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