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Rhein-Kreis Neuss: Die rollende Polizei-Wache

VON CHRISTOPH KLEINAU - zuletzt aktualisiert: 18.03.2010 - 13:58

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Außen ein Kleintransporter, innen eine funktionsfähige Polizei-Wache: Mit einer mobilen Wache und einem festen Team will die Polizei ihre Präsenz vor Ort stärken. Erfahrungen mit dem Modell müssen erst gesammelt werden.

Nadine Fanselow leitet das fünfköpfige Team der Mobilen Wache. Bei Martin Tilgner von Eicken, Dienstellenleiter Einsatztrupp, ist die Mobile Wache angesiedelt.   Foto:  woi
Nadine Fanselow leitet das fünfköpfige Team der Mobilen Wache. Bei Martin Tilgner von Eicken, Dienstellenleiter Einsatztrupp, ist die Mobile Wache angesiedelt. Foto: woi

Sie kann so ziemlich alles sein: Anlaufstelle, voll einsatzfähiges Polizeirevier vor Ort, Informationsstand bei Fragen aller Art, "Verstärkung" für die Bezirksbeamten, Pressestelle und mobile Einsatzzentrale bei großen Einsätzen. Sie soll aber vor allem eines sein: sichtbar.

Und das an jedem Tag des Jahres. Mit diesem Vorsatz wurde am Mittwoch die Mobile Wache der Kreispolizeibehörde Neuss in Dienst gestellt. Beim Frühlingsfest am Samstag in Meerbusch wird sie erstmals auf einer großen Veranstaltung im Einsatz sein.

Die Idee der Mobilen Wache wird schon seit Jahren diskutiert, erinnerte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Angestoßen und in Gang gehalten wurde der Gedanke von dem Wunsch, die Polizeipräsenz wirksam zu erhöhen. Dass dieser Baustein trotzdem erst jetzt in die Polizeiarbeit eingefügt wird, hat auch damit zu tun, dass das Angebot nur kontinuierlich sinnvoll erschien; dass das Angefangene auch durchgehalten wird.

Info

Daten und Fakten

Fahrzeug Mercedes Sprinter

Kosten mit Innenausbau 80 000 Euro

Ausstattung Zwei Funkverkehrskreise für den Einsatz als Befehlsstelle, Fax und Telefon. Aber auch Kühlschrank, Kaffeemaschine und Spüle.

Besatzung Zwei Beamte

Einsatzzeitraum täglich, je nach Einsatzlage früh morgens oder auch spät am Abend.

Nur ein Fahrzeug anzuschaffen, so wurde befürchtet, birgt die Gefahr, dass der Einsatz der Mobilen Wache von anderer Polizeiarbeit überlagert wird. Sprich: Die Mobile Wache wäre im Zweifel auf dem Polizeigelände stehen geblieben. Was fehlte, um den Anspruch einzulösen, war ein festes Team für diese Arbeit. Das gibt es jetzt.

Nadine Fanselow und ihre Kollegen Claudia Behrendt, Henning Zippel, Udo Pech und Volker Liehr haben sich für diesen Dienst gemeldet und am Konzept mitgearbeitet. Das fasste Landrat Petrauschke mit den Begriffen "Bürgernah. Flexibel. Präsent" zusammen. "Bürgernähe", so Petrauschke, bedeute auch, "Ängsten in der Bevölkerung soweit wie möglich entgegen zu treten."

So wird die Mobile Wache nicht nur bei Festen und größeren Veranstaltungen vor Ort sein, sondern auch dort für die Polizei Flagge zeigen, wo Bürgern mulmig zumute ist. Auch nachts und am Wochenende. "Wir orientieren uns am Bürger", ergänzt Nadine Fanselow. Und wenn kein fester Termin für die Mobile Wache gebucht ist, organisiert das Team Veranstaltungen mit den Kollegen des Kommissariats Vorbeugung oder fährt in die kleineren Orte im Kreisgebiet, die keinen Polizeiposten mehr haben.

Das Konzept steht bislang nur auf dem Papier. Ob es stimmig ist und wo gegebenenfalls nachgebessert werden muss, werde die Zukunft zeigen, erklärt Detlev Gernandt, Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr der Polizei. Schließlich gab es eine solche Einrichtung bei der Neusser Polizei noch nicht.

Auf ein Blaulicht auf dem neuen Kombi hat die Polizei bewusst verzichtet. Denn die mit zwei Beamten besetzte Wache ist kein Einsatzfahrzeug im engeren Sinne. Die Kollegen stehen nicht in der Stresssituation des Einsatzes. Sie haben Zeit", sagt Gernandt. Und für ihre Besucher auch einen Campingstuhl an Bord.

Quelle: NGZ


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