Feuilleton (NGZ). Neuss Liebe - sie ist oft das Schönste, manchmal das Traurigste, aber immer das Wichtigste im Leben. Eine unerfüllte oder enttäuschte Liebe dagegen ist der schmerzhafte Stich ins Herz - zuweilen ein grausamer Genickbruch.
„Man hat die Wahl zwischen einem Tötungsdelikt oder einer Einweisung in die psychiatrischen Klinik“, fasst Reinhard Mlotek, geschäftsführender Intendant des Theaters am Schlachthof (TaS), den Gemütszustand verliebter Verlassener zusammen. Gefühle, die wohl jeder - Jugendliche als auch Menschen älteren Jahrgangs - nachempfinden kann. Und genau diese Gefühle möchte auch die erste Schauspielproduktion der neuen Saison transportieren. „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ feiert am Samstag, 1. September, 20 Uhr, Premiere.
Drama dramatisieren
„Das Stück zeigt die Stärke der Frauen. Es thematisiert Liebe, Eifersucht und ungestillte Sehnsucht. Es ist ein Drama über Frauen, die am Rande des Kollaps stehen, aber nicht in den Abgrund springen, da sie ihr Drama dramatisieren - die Komik des Stückes“, so Mlotek, der mit dieser Produktion - ein Stück, das 1988 vom Regisseur Pedro Almodóvar erstmalig verfilmt wurde, eine Uraufführung wagt.
Dabei legte der Dramaturg, Michael Hewel, der beim TaS unter anderem die Produktionen „Ich lebe ja, Ich lebe“ von Birdy Hysterikon inszenierte, Wert auf Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Schnelligkeit. „Es sind keine Klischeefiguren, sondern warme, wahrhaftige Menschen“, so Hewel, der kein „plattes Stück“ durch Pathos schaffen wollte. „Es sind Figuren, mit denen man lacht und mitfühlt. Figuren mit mehren Ebenen.“
Intendant Mlotek hat sich bewusst für diese Schauspielproduktion entschieden, „da die Komödie so gut zur Philosophie des TaS passt.“ „Ich möchte Theater machen das berührt, welches man mitfühlen und miterleben kann. Die Besucher werden bei uns nicht belehrt, sie gehen mit Gefühlen nach Hause“, so Mlotek. „Frauen am Rande des Wahnsinns“ sei so ein Stück, ein Stück mit dem man sich identifizieren kann.
Zum Schauspiel selbst: Iván (Johann Wild) ist ein Frauenverschleißer. Nach langjähriger Ehe mit Lucia (Ana Maria Gonzalez) gibt er nun auch Pepa (Carolin Stähler) den Laufpass, die dadurch am Rande des Wahnsinns gelangt. Szenerie des Stücks ist die gemeinsame Wohnung, in der Pepa nicht mehr leben will.
„Es steht aber auch ein Trabbi auf der Bühne, denn ein Taxifahrer spielt eine wesentliche Rolle“, verrät der Intendant vorab. „Es scheint nur um eins zu gehen: Iván, Iván, Iván, der das scheinbar geordnete Leben von Pepa und Lucia völlig durcheinander gebracht hat. Scheinbar, denn das Entscheidende ist, das Drama um Ivan zu durchleben“, so Hewel.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.