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Neuss: Die Zielgruppe ist zurück

VON PETER BÖTTNER - zuletzt aktualisiert: 18.01.2008 - 21:30

Neuss (NGZ). Neuss Vor zwei Jahren reifte beim Team der Alten Post die schmerzliche Erkenntnis, dass die Entwicklung seines Klientel in die völlig falsche Richtung ging. „Unsere Mitgliederzahlen waren stabil. Aber unsere Zielgruppe lief uns davon.“

 Foto: S. Huppertz
Foto: S. Huppertz

Hans Ennen, kommissarischer Leiter des Kulturinstituts und verantwortlich für den Darstellenden Bereich, kann mittlerweile mit einem Lächeln zurückschauen. Denn die Zielgruppe ist zurück. „Wir haben den Auftrag und das Selbstverständnis, junge Menschen in unseren Kursen auszubilden.

Dies ist uns gelungen“, so Ennen am Freitag bei der Vorstellung des neuen Kursprogramms der Alten Post. Mit zeitgemäßen Angeboten und der Fokussierung auf die Interessen der Jugend ist die Alte Post mittlerweile ein Vorzeigemodell bei Studien des zuständigen Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Das Erfolgsrezept der Alten Post hat auch einen Namen: Hamdi Berdid. Seitdem der HipHopper für die Tanzkurse in der Alten Post verantwortlich ist, braucht sich die Einrichtung über den Zustrom an jungen Menschen keine Sorgen mehr machen. Auch im kommenden Semester wird der vielfach ausgezeichnete Choreograph zwei Workshops geben. Doch Berdid ist nicht nur Dozent von außen.

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Preise wurden erhöht

Die Preise für das Sommersemester sind leicht gestiegen: „Wir müssen die Konsolidierungsmaßnahmen umsetzen“, erklärt Hans Ennen. Teilnehmer unter 27 Jahren zahlen drei Euro je Unterrichtsstunde, ältere Studenten vier Euro. Um die Erhöhung aufzufangen, bietet die Alte Post eine obligatorische zinsfreie Ratenzahlung an. „Wir wollen unsere Kurse für alle Menschen öffnen. So ist die Erhöhung sozial verträglich“, sagt Ennen.

Ennen hat den jungen Mann sorgsam in das Haus integriert, er ist jetzt verantwortlich für den gesamten Bereich „Tanzen“ der Alten Post, arbeitet gerade an einer Hip-Hop-Adaption des Carmen-Stoffes für eine Premiere im Herbst. „Durch Hamdi haben wir natürlich einen Türöffner zu den Jugendlichen bekommen. Ich habe viel von ihm gelernt. Wir ergänzen uns wirklich hervorragend, eine fruchtbare Zusammenarbeit“, bestätigt Ennen Dieser (Jahrgang 1957) musste nämlich erkennen, „wie schnell man sich lächerlich macht, will man plötzlich modern und cool sein“.

 HipHop sei eben kein Allheilmittel, soll der Zugang zu Jugendlichen funktionieren, so Ennen weiter. „Im Endeffekt müssen mich die Jugendlichen so akzeptieren wie ich bin. Dies funktioniert nur über Gespräche, über Vertrauen. Die Alte Post ist ein Ort, an dem sich unsere Jugendlichen wohl fühlen können. Vereinzelt werden auch andere Workshops besucht“, hat er festgestellt. Die Alte Post will lehren, nicht Spaß bereiten. So bietet Hamdi Berdid eben nicht nur Tanz, sondern auch einen weitreichenden Blick hinter das Geschäft „HipHop“ und mögliche berufliche Perspektiven,

Das Sommersemester 2008 bedeutet dennoch keine Zeitenwende. „Wir sind keine Jugendeinrichtung“, macht Ennen deutlich. Die Kurse ergeben ein ganzheitliches Angebot für kreative Menschen. Workshops wie etwa „Der erfahrbare Atem“ oder „Stimme und Sprache“ bieten eine sinnvolle Erweiterung für Schauspielschüler.

Gänzlich neu ist der „Kunstsommer 2008“. „Damit überbrücken wir die Pause zwischen Sommerferien und Herbst. Der Kunstsommer ist ein offenes Atelier, welches allen offen steht, die bereits über solide Kenntnisse in bildener Kunst verfügen. Wechselnde Dozenten geben Tipps, differenzierte Material- und Fachkenntnisse können aber nicht erworben werden“, erklärt Birgit Axler, Assistentin der Geschäftsleitung, das neue Angebot.

Quelle: NGZ


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