Neuss (NGZO). Die Ankündigung der schwarz-gelben Bundesregierung, den Zivildienst vom Jahr 2011 an von neun auf sechs Monate zu reduzieren, hat nicht nur die Wohlfahrtsverbände aufgeschreckt.
Auch in der Stadtverwaltung ist der Beigeordnete Stefan Hahn überzeugt: Eine solche Reduzierung, wie sie CDU und FDP im Koalitionsvertrag verabredet haben, "verändert die Rahmenbedingungen negativ". Das heißt übersetzt: Je nach Einsatzgebiet würde dann überprüft werden, welche der insgesamt 14 Zivildienststellen in städtischen Einrichtungen weiter besetzt wird. Lange Einarbeitungszeiten – etwa im Altenpflegeheim Herz-Jesu – müssten auch bei der Stadt die Frage aufwerfen, ob deren Einsatz sich für die Einrichtung noch lohne.
Wie wichtig diese Zivildienstleistenden sind, ist aktuell am Kinderbauernhof ablesbar. Der schließt derzeit um 17 Uhr sämtliche Pforten. Aus gesundheitlichen Gründen, wie ein Aushang wissen lässt. Ein Krankheitsfall hat das Grünflächenamt zu dieser Maßnahme gezwungen. Mindestens noch weitere vier Wochen sei diese Einschränkung der Öffnungszeiten notwendig, berichtet Frank Lammertz vom Grünflächenamt.
Weitere Einschränkungen würden sich ergeben, wenn eine zum 1. März frei werdende Zivildienststelle unbesetzt bleibt. Denn die beiden Zivildienstleistenden in der Einrichtung sind immer dann gefordert, wenn die Zahl der Besucher besonders groß ist. Zum Beispiel am Wochenende, wenn auch das Stammpersonal nicht im Dienst ist. Trotz vieler Bemühungen sei es nicht gelungen, diese Stelle zu besetzen, sagt Lammertz. Würde jemand Interesse zeigen, er erhielte den Zuschlag, sagt Hahn. Egal, was im nächsten Jahr anders wird.
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