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Neuss: Direktverbindung

VON HENDRIKE SPAAR - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009 - 11:25

Neuss (NGZO). Seit heute können Fahrgäste, ohne umzusteigen, zwei Mal in der Woche mit dem ICE vom Neusser Hauptbahnhof nach Berlin fahren – und zurück. Etwas mehr als fünf Stunden braucht der Schnellzug in die Bundeshauptstadt.

Ab nach Berlin: Das Neusser Ehepaar Ivan und Anne Patek nutzte gestern die Gelegenheit, um mit dem ICE, ohne umzusteigen, aus der Quirinusstadt nach Berlin zu fahren. Sie waren fast die einzigen Fahrgäste, die in Neuss zustiegen.  Foto: NGZ
Ab nach Berlin: Das Neusser Ehepaar Ivan und Anne Patek nutzte gestern die Gelegenheit, um mit dem ICE, ohne umzusteigen, aus der Quirinusstadt nach Berlin zu fahren. Sie waren fast die einzigen Fahrgäste, die in Neuss zustiegen. Foto: NGZ

Immer wieder geht der Blick Richtung Bahnhofsuhr: "Ich bin ein bisschen vorsichtig geworden, nachdem ich beinah mal einen Flug verpasst hätte", erklärt Anne Petak, trinkt ihren Kaffee aus und greift nach ihrem schwarzen Trolli. Darüber musste sich die Neusserin heute allerdings keine Sorgen machen, denn gemeinsam mit ihrem Mann Ivan nutzte sie die erste Gelegenheit, mit dem ICE von der Quirinusstadt direkt nach Berlin zu fahren – ohne umsteigen zu müssen. "Die neue ICE-Verbindung ist wirklich eine gute Alternative zum Flugzeug oder Auto", so die Neusserin.

Mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn zum gestrigen Sonntag hält nun freitags und sonntags jeweils ein Fernzug von beziehungsweise nach Berlin im Neusser Hauptbahnhof. Der ICE 1046 aus Berlin stoppt freitags um 20.26 Uhr und endet in Mönchengladbach, sonntags fährt der ICE 1049 ab 12.17 Uhr in fünf Stunden nach Berlin.

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Probeweise

Mit der Fahrplanänderung zum 13. Dezember bietet die Deutsche Bahn auch eine ICE-Direktverbindung zwischen Neuss und Berlin an. Allerdings erst einmal nur auf Probe für zwei Jahre. "Für den dauerhaften Betrieb ist eine zufriedenstellende Inanspruchnahme der Züge notwendig", erklärt ein Bahn-Sprecher.

Und genau der wurde heute– pünktlich auf die Sekunde – in Neuss von einem kleinen Empfangskomitee begrüßt: "Ich freue mich sehr, dass mein Ratsbezirk jetzt direkt mit Berlin verbunden ist", so der für die südliche Furth verantwortliche CDU-Ratsherr Andreas Hamacher, "damit geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung." Der Politiker war allerdings nicht der Einzige, der die Ankunft des Schnellzuges sehnlich erwartete. Auch Wolfgang Mönig hatte sich auf Gleis 5 eingefunden, bewaffnet mit der Digitalkamera: "Ich bin ein großer Bahn-Fan, deshalb war es für mich eine Selbstverständlichkeit, heute herzukommen und ein Foto vom einfahrenden ICE zu machen", so der Neusser. Und auch Corinna Kamp wollte den weißen Zug mit den drei großen roten Buchstaben vor die Linse bekommen. "Ich bin schon öfter mit dem ICE gefahren, und als ich jetzt in der Zeitung gelesen habe, dass er hier hält, wollte ich unbedingt ein Foto."

An solche Souvenirs verschwendeten Ivan und Anne Petak indes keine Gedanken, den beiden ging es nach Einfahrt des Zuges lediglich darum, ihre reservierten Plätze ausfindig zu machen: "Acht Euro für die Reservierung pro Strecke finde ich eigentlich zu teuer, aber schließlich will man ja auch einen guten Platz haben", so Anne Petak, die sich schon jetzt auf ihren Aufenthalt in der Bundeshauptstadt freut: "Wir werden einige Museen besuchen, und wenn die geschlossen haben, einkaufen gehen."

Die richtige Stärkung dafür hatte der Schaffner schon mal im Gepäck: "Es gab Laugenbrezeln als Begrüßungsgeschenk für die in Neuss Zugestiegenen", weiß Petak bei der pünktlichen Ankunft in Berlin per Telefon zu berichten.

Ob auf die Neusser am Freitag eine ähnliche nette Aufmerksamkeit wartet, ist ungewiss, dann hält der erste ICE aus Berlin in Neuss – erneut mit dem Ehepaar an Bord.

Quelle: RP

 
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