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Neuss: Eigene Maßnahmen vorgelegt

VON HELGA BITTNER - zuletzt aktualisiert: 20.12.2006 - 21:30

Neuss (NGZ). Neuss Rund 48 500 Euro - so hoch ist die Summe, die das Clemens-Sels-Museum nach seinem Ermessen mit einer Kombination aus Erhöhung der Einnahmen und Einsparungen im laufenden Betrieb erwirtschaften könnte. Mit 919 000 Euro wird das Museum jährlich von der Stadt unterstützt.

Eine Chance für die Zukunft: Dr. Thomas Ludewig (stehend) möchte mit neuen Veranstaltungen das Programm für Kinder im Clemens-Sels-Museum ausbauen.  Foto: NGZ
Eine Chance für die Zukunft: Dr. Thomas Ludewig (stehend) möchte mit neuen Veranstaltungen das Programm für Kinder im Clemens-Sels-Museum ausbauen. Foto: NGZ

Anders als die bisher auf der Schmerzliste vorgestellten Kulturinstitutionen hat das Haus am Obertor eigene Vorschläge erarbeitet, die von der Verwaltung in den Haushaltsentwurf eingearbeitet wurden - eine Praxis im übrigen, die bei allen stadteigenen Kulturinstitutionen angewandt wurde, denn deren Leiter waren von der Kulturverwaltung aufgefordert worden, eigene Ideen zu entwickeln.

Damit wollte Kulturdezernentin Dr. Christiane Zangs vor allem eine Frage klären: „Was können wir leisten und müssen es nicht den anderen Häusern aufbürden?“ Somit habe sie alle städtischen Institutsleiter um Vorschläge gebeten, um dann nur das weiterzugeben, „was unbedingt notwendig ist“.

Das Team des Clemens-Sels-Museum hat demnach eine Liste erarbeitet, deren einzelne Positionen nicht die „Substanz gefährden“, wie der stellvertretende Leiter des Clemens-Sels-Museum, Dr. Thomas Ludewig, zwar sagt, aber er tut das nicht ohne einen tiefen Seufzer. In der Summe aller Maßnahmen rechne das Museum mit einem Besucherrückgang, denn das Haus müsste sich von einigen Dingen verabschieden, die für die Qualitätssicherung nicht unerheblich seien.

Die Veränderung der Öffnungszeiten zum Beispiel, um Bewachungskosten zu sparen: Damit koppelt sich das Haus von international gebräuchlichen Gepflogenheiten ab. Oder eine Etatkürzung für die Beschaffung und Unterhaltung der Sammlung: Damit wird es schwieriger, auf Angebote auf dem Markt zu reagieren. Oder der Verzicht auf Reisekostenerstattung: Die wissenschaftlichen Mitarbeiter könnten sich nicht mehr fortbilden.

Vor allem aber eine Veränderung der Ausstellungspraxis: Eine der vier jährlich stattfindenden Ausstellungen würde aus dem eigenen Bestand konzipiert, um Leihkosten und ähnliches zu drücken. Ludewig glaubt zwar, dass auch die von Qualität sein wird, aber es werde ihr an Strahlkraft nach außen fehlen. Auf Dauer befürchtet Ludewig einen Image-Schaden. Deswegen ist ihm durchaus auch eine Idee sympathisch, die schon Dr. Peter Dering geäußert hatte, als er noch Leiter des Museums war: Lieber eine Ausstellung mit großer Bedeutung über die Stadt hinaus und hohem Aufwand sowie drei kleine als vier Schauen mittlerer Größe.

Rund 12 300 Euro würde das Haus selbst einsparen; dazu kommen etwa 19 800 Euro, die sich das Museum aus Veränderungen der Gebührenordnung, einer Angebotsoptimierung des Museumsshops und der Etablierung neuer Reihen erhofft. An den Eintrittssgeldern möchte Ludewig nichts ändern und verweist auf die negativen Erfahrungen anderer Häuser: „Dann sinkt die Besucherzahl erst recht.“

Stattdessen wird vorgeschlagen, die Gebühr für Führungen zu erhöhen - von 40 auf 50 Euro. Zudem kann sich das Team des CSM vorstellen, mit seinem bereits angestoßenen „Projekt Niederlande“ neue Interessenten zu gewinnen; hat auch die Idee, eine neue Vortragsreihe und exklusive Firmenführungen zu etablieren sowie das Kinderprogramm auszubauen.

Quelle: NGZ


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