Neuss (NGZ). Neben den gewohnten Einführungen vor den Vorstellungen wird es im "Education"-Programm des Shakespeare-Festivals zum ersten Mal ein einwöchiges Camp mit internationalen Dozenten geben.
Bildung vermitteln – das klingt für Andreas Giesen viel zu pädagogisch. Schließlich will der Produktionsleiter des Shakespeare-Festivals niemanden mit erhobenem Zeigefinger über Shakespeare belehren. Aber begeistern will er durchaus, für die Lebendigkeit und Vielfalt Shakespeares zum Beispiel und für die besonderen Qualitäten des Globe-Theaters. Und weil die Begeisterung eben Verständnis voraussetzt, hat er gemeinsam mit dem Festival-Leiter Rainer Wiertz seit Jahren neben den Aufführungen ein umfangreiches Zusatzprogramm aufgebaut.
Es will Zuschauern aller Altersklassen den Einstieg in die Welt Shakespeares erleichtern, sie einladen, Hintergründe, Texte und Spielarten kennenzulernen. "Wir haben lange nachgedacht, wie wir das nennen, ohne dass es zu steif oder akademisch klingt", erzählt Giesen. "Education" wählten die Organisatoren schließlich als Sammelbegriff.
Das Camp
Anreise Freitag, 30. Juli, bis 18 Uhr
Unterricht Samstag, 31. Juli, bis Freitag, 6. August, täglich von 10 bis 13 Uhr, 15 bis 18 Uhr und 20 bis 22 Uhr
Ende Samstag 7. August gegen 14 Uhr
Weil das Festival in diesem Jahr wegen der Fußball-WM in die Schulferien geraten ist, gab es schon im Frühjahr die sogenannten "Spring-Workshops" mit dem englischen Regisseur und Schauspiel-Dozenten Stephen Jameson: "Ich habe selten Workshops erlebt, in denen so viel gelacht wurde, und wenn man lacht, lernt man in der Regel am leichtesten und intensivsten", sagt Giesen. Ebenfalls gut besucht war eine Fortbildung für Lehrer.
Ganz neu im Programm ist das Shakespeare-Camp. Aus der ganzen Bundesrepublik kommen die Teilnehmer, die vom 30. Juli bis 7. August unter Anleitung von internationalen Dozenten sich schauspielerisch mit Shakespeare auseinandersetzen: "Sie werden in kleinen Schritten einzelne Szenen erarbeiten und sich diese ganze Woche sehr intensiv mit Shakespeare beschäftigen", erzählt Giesen. Fünf Trainer werden im Camp arbeiten, das Kooperationspartner des europäischen Projektes "Shake in the city. The art of inclusion" ist und von der Europäischen Kommission unterstützt wird. Neben Blockveranstaltungen für alle Teilnehmer wird es differenzierte Wahlmöglichkeiten geben, so dass alle Teilnehmenden diese intensive Woche bestmöglich für sich nutzen können. Am Camp teilnehmen können Interessierte ab 18 Jahren mit Schauspielerfahrung etwa im Amateurtheater, Theater-AGs oder einer Schauspielschule. Die Unterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch.
Für die Zuschauer beim Festival wird es dagegen wie gewohnt die rund 45-minütige Einführung geben – allerdings nicht von der Shakespeare-Expertin Vanessa Schormann. Sie pausiert ein Jahr, da sie gerade zum zweiten Mal Mutter geworden ist.
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