Neuss (NGZ). Der Neusser Journalist Daniel Brinckmann reist durch die Welt und macht Tauchreportagen. Seine Auftraggeber sind Fachmagazine in Tschechien, Deutschland, England, Spanien und Russland.
Dass er eines Tages kreuz und quer durch die Weltmeere tauchen würde, seine Unterwasserreportagen samt Fotos in englischen, tschechischen, deutschen und spanischen Magazinen erscheinen, hatte Daniel Brinckmann in seinem Lebensplan nicht unbedingt vorgesehen. Allerdings gibt es drei Dinge, die der heute 30-Jährige schon sehr früh wusste: Er wollte Journalist werden, Gitarre spielen und tauchen lernen.
Letzteres hatte er sich schon als 11-Jähriger in den Kopf gesetzt, fand nur in Mönchengladbach einen Verein, der das Kind aufnahm und im Schwimmbad das Tauchen lehrte. "Eine harte Schule im militärischen Stil", sagt Brinckmann, aber sie gab ihm das Rüstzeug und die Sicherheit, auch in brenzligen Situationen die Ruhe zu bewahren: "Drei Meter von einem Hai entfernt – das ist nicht unbedingt ein gutes Gefühl", sagt er. Das Tauchen wurde für ihn neben dem Gitarrespielen zur Passion. Mit 16 verdiente er sich bei einem Tauchsporthändler das Geld für das erste Equipment; als 17-Jähriger ist er allein über die Kanarischen Insel gereist. Mit 19 verbrachte er einen Monat auf den Azoren, ist mit einer Vespa vier Inseln abgefahren. Dennoch: Die Fotografie war damals noch keine berufliche Option.
Die Anfänge
Der Erste Der Engländer William Thompson soll 1856 die weltweit ersten nachweisbaren Unterwasser-Fotografien gemacht haben. Urvater Als Begründer der Unterwasserfotografie gilt der Franzose Louis Boutan, der mit dem Mechaniker Joseph David 1893 bei Banyuls-sur-Mer Unterwasser-Fotos gemacht hat.
Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium studierte der Neusser in Düsseldorf Medienwissenschaften und Anglistik, sammelte als Praktikant 2001 und danach als freier Mitarbeiter in der Redaktion der NGZ die Erfahrungen, die ihn sicher werden ließen: Er wollte schreiben. Zum Fotografieren kam er über einen Umweg: "Die digitale Technik hat mich fasziniert", sagt er. Die neue Leidenschaft mit dem Schreiben und der Lust am Reisen zu verbinden, lag nahe: Brinckmann veröffentlichte die ersten Reisereportagen in Fachmagazinen. Heute beliefert er elf Magazine, schreibt in Englisch so sicher wie in Deutsch.
Dass dieser Weg den Tauchbegeisterten zur Unterwasserfotografie führte, wundert nicht. Inzwischen hat er vier Kameras, reist mit 40 bis 50 Kilo Gepäck etwa nach Israel ans Rote Meer oder auf die Yap-Inseln in Mikronesien, wo er zudem für ein Tauchresort die internationale Presse- und Öffentlichkeit macht. Was er am Tauchen besonders mag: "Unter Wasser klingelt kein Handy", sagt er und grinst.
Dabei müssen es nicht immer die Fernreisen sein: "Man findet überall etwas, was einen interessiert – vorausgesetzt, man legt die Scheuklappen ab." Elf Länder wird er Ende des Jahres bereist haben, richtet sein Interesse aber nicht nur auf die Meeres-, sondern auch auf die Landbewohner: "Man kann von einem Broker in New York genau so viel lernen wie von einem jordanischen Bäcker."
Manchmal kommt er nur für ein paar Tage in seine Neusser Wohnung, um dann wieder loszufahren. Mutter Renate sieht ihren Sohn selten, und Brinckmann sieht sich auch kürzertreten. "Man wird einsam", sagt er, "auch wenn man überall auf der Welt Menschen kennt." Also erlaubt er sich jetzt, auch mal "Nein" zu einem Auftrag zu sagen – solange keine Reisen zu seinen Wunschzielen etwa ins Hochland von Papua Neuguinea oder nach Costa Rica anstehen.
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