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„Alle Kühe fliegen hoch“: Eine Dreiecksgeschichte

zuletzt aktualisiert: 25.09.2009 - 16:17

„Alle Kühe fliegen hoch“ (NGZO). Das Kindertheaterstück „Alle Kühe fliegen hoch“ im Landestheater erzählt von Freundschaft und Streit.

Hergard Engert (.) und Emilia Haag spielen Vorder- und Hinterteil einer Kuh, die ständig im Streit liegen.  Foto: NGZ
Hergard Engert (.) und Emilia Haag spielen Vorder- und Hinterteil einer Kuh, die ständig im Streit liegen. Foto: NGZ

Neuss „Wenn man für so kleine Kinder spielt, muss man ein hohes Maß an Einfachheit erreichen, um eine Geschichte über Menschsein zu erzählen.“ Stefanie Schnitzler weiß nur zu genau, dass Kinder ein unbarmherziges Publikum sind: Sie zeigen sofort, wenn das Geschehen auf der Bühne sie langweilt – je kleiner, je ungekünstelter.

Mit dem Stück „Alle Kühe fliegen hoch“ hofft die Theaterpädagogin des Rheinischen Landestheaters die jüngstmögliche Gruppe seiner Zuschauer zu begeistern: Kinder ab vier, „Dreijährige können auch dabei sein“, denkt Schnitzler. Die Resonanz auf die Premiere, die am Sonntag morgen als dritte im Bunde das Eröffnungswochenende unter der neuen Intendantin Bettina Jahnke abschließt, ist bereits ausverkauft, aber das RLT hat diverse Morgenvorstellungen auf seinem Spielplan.

Info

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Oberstraße 95, Premiere ist ausverkauft, nächste Vorstellung: Sonntag, 27. September, 20 Uhr, termine für Schulund Kindergartenvorstellungen und Anmeldung unter 0 21 31 / 26 99 36

Das Stück von Eva Blum und Matthias Witting erzählt in 50 Minuten die Geschichte einer Kuh, deren Vorder- und Hinterteil sich ständig streiten. „Sie sind wie ein Zwillingspärchen oder wie allerbeste Freunde“, beschreibt Regisseurin Edda Klepp, die erst ein richtiges Problem bekommen, als sich der Hintern in einen Vogel verliebt und natürlich auch so schön fliegen können möchte wie dieser. Aber was passiert, wenn sie sich trennen? Die Kuh kann nicht mehr laufen ... „

Eine klassische Dreiecksgeschichte also“, sagt Klepp, „die fast jeder auch aus seiner eigenen Kindheit kennt.“ Denn Freundschaften, die bedroht sind, weil plötzlich jemand Drittes auftaucht – eine Sache so alt wie die Menschheit selbst. Klepps Absicht ist dabei, „auf bunte und leichte Art zu erzählen“, wie die Drei einen Weg aus dem Dilemma finden. Denn auch der Vogel merkt zunächst gar nicht so richtig, was er angerichtet hat – auch wenn er das Gefühl umworben zu sein, genießt und den Konflikt auch ein bisschen vorantreibt.

Wichtiger Bestandteil der Inszenierung ist die Musik. Text und Noten stammen aus der Feder der Stückautoren (Witting war musikalischer Leiter des Berliner Grips- Theaters), für die Arrangements und Einstudierung am RLT ist Robin Jurmann verantwortlich. „Die Herausforderung war, einen Rhythmus zu finden, den die Schauspieler bewältigen und die Kinder zugleich nachmachen können“, sagt Jurmann, denn Edda Klepp war es wichtig, dass die Musik wie eine Fortsetzung der gesprochenen Passagen daherkommt. „Das machen sie auch sehr schön“, lobt die Regisseurin ihre drei Schauspielerinnen Hergard Engert (Vorderteil), Emilia Haag (Hinterteil) und Christiane Nothofer (Vogel), „sie trennen nicht mehr zwischen Musik und Sprache“.

Lea Tenbrock hat die Kostüme und die Bühne entworfen. „Natürlich hat die Kuh auch Flecken“, sagt sie lachend, aber es werde kein Tier im Fell auf der Bühne stehen. „Irgendwie menschlich, aber auch nicht so ganz“ sollen Kuh und Vogel wirken; letztgenannter werde zwar schön und bunt sein, aber bei ihm wie bei der Kuh wird die Imagination über die typischen Bewegungen entstehen. Für Hergard Engert ist das übrigens nicht die erste Rolle als Kuh; sie stand schon in dem Stück „Unser Muni“ auf der Bühne.


 
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