Thomas Nickel, seit acht Jahren Schatzmeister des Neusser Bürger-Schützenvereins, ging zur späten Freitagabend-Stunde gestärkt in die entscheidende Sitzung des Komitees: Die Schützen wählten den 52-jährigen Direktor der Victoria-Versicherung gestern einstimmig für weitere drei Jahre in das Führungsgremium. Die große Einmütigkeit werteten Beobachter als Bestätigung der Basis für Thomas Nickel, der in Abstimmung zwischen Komitee und Korpsführer als Favorit für das Präsidentenamt galt.
Die endgültige Entscheidung traf das Komitee in einer Sitzung direkt im Anschluss an die Hauptversammlung. Das Ergebnis stand bei Redaktionsschluß (22.30 Uhr) noch nicht fest. Der Wechsel an der Spitze des Schützenvereins war erforderlich geworden, da Präsident Dr. Bertold Reinartz nach nur zwei Amtsjahren auf eine Wiederwahl verzichtete. Reinartz begründete seinen Rückzug gestern noch einmal mit den hohen Erwartungen, die an die Präsenz der Komiteemitglieder und den Präsidenten gestellt würden.
Die könne er in Verantwortung für Familie und Beruf nicht erfüllen. So treffe er die Entscheidung auf Verzicht im "guten Gewissen gegenüber den Schützen und mir selbst". Wichtige Neuerungen seien auf den Weg gebracht, wenngleich auch noch nicht abgeschlossen. Dazu zähle ein eingeleiteter Strukturwandel in der Arbeitsorganisation, die neudefinierte Rolle der Schützenkönig sowie die vorbereitete personelle Erneuerung des Komitees. Diese These wurde wenig später bestätigt: Neben Nickel und Oberschützenmeister Hans-Paul Clemens, der in sein 25. Komitee-Jahr geht, wurden wie erwartet mit Martin Flecken (Schützenlust) und Klaus Lappen (Gilde) zwei erfahrene Schützen ins Komitee gewählt.
Auch einstimmig erfolgte die Berufung von Ex-Präsident Professor Herbert Brüster, der aus dem Komitee ausschied, und dem langjährigen Schützenlust-Major Jockem Dammer zu Ehrenmitgliedern des Bürger-Schützenvereins. Mit Rückendeckung kann auch der Reitersieger des Jahres 1999/2000 Dr. Heiner Sandmann in die nächsten Wochen und Monate gehen. Er wurde gestern Abend den Schützen als Nachfolger von Oberst Josef Bringmann offiziell vorgeschlagen.
Freundlicher Beifall belegte, dass Sandmann der Entscheidung am Oberst-Ehrenabend im August 2001 zuversichtlich entgegenblicken kann. Der Kassenbericht, den Schatzmeister Thomas Nickel vorlegte, wies bei einem Volumen von einer Millionen Mark einen Überschuss von 18.000 Mark aus. Schließlich unterschrieben Bürgermeister Napp, Präsident Reinartz und Joseph Lange die Stiftungsurkunde für das Schützenmuseum (ausführlicher Bericht folgt). Ludger Baten
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