Neuss (NGZ). Der neunjährige Junge, der am Donnerstag auf dem zugefrorenen Reuschenberger See eingebrochen ist, liegt weiter auf der Intensivstation. Sein Zustand sei kritisch, sagte am Freitag Susanne Dopheide, Sprecherin der Uniklinik Düsseldorf.
Der Junge war zusammen mit zwei zehnjährigen Freunden auf den zugefrorenen See gelaufen. Etwa in der Mitte brachen zwei von ihnen ins Eis ein, der dritte Junge konnte sich selbst ans Ufer retten. Minutenlang hatten sich die beiden anderen mit dem Kopf über Wasser halten können, bis dem Neunjährigen die Kräfte versagten.
Er wurde unter die Eisplatte getrieben und musste nach der Bergung mit einem Rettungsschlauchboot wiederbelebt werden. Ein Hubschrauber brachte das Kind in die Düsseldorfer Uniklinik. Seinen zehnjährigen Freund konnte die Feuerwehr mit einem Rettungsring vom Eis ziehen.
Er wurde ins Lukaskrankenhaus gebracht, dort wird er in der Kinderklinik behandelt. Dem Jungen gehe es den Umständen entsprechend, sagte am Freitag der behandelnde Arzt Dr. Rüdiger Wentzel. Körperlich habe das Kind keine Beeinträchtigungen davon getragen, allerdings stehe der Junge unter Schock.
Um 16.28 Uhr war der Notruf - vermutlich von einem Passanten - bei der Neusser Feuerwehr eingegangen. Die Retter rückten mit zehn Einsatz- und drei Rettungswagen aus. Auch Taucher aus Düsseldorf wurden angefordert, kamen aber nicht zum Einsatz, weil die Feuerwehr mit Hilfe des Hubschraubers rechtzeitig zu den Kinder vorrückte.
Warum bei dem Einsatz die DRK-Wasserwacht nicht frühzeitig hinzugezogen wurde, die kaum 200 Meter Luftlinie entfernt am Südpark ansässig ist, darüber diskutierten die Leser von NGZ Online bereits am Donnerstagabend.
Die Kriminalpolizei teilte am Freitag mit, dass sie Ermittlungen aufgenommen habe. "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinerlei Anhaltspunkte, dass es bei den Rettungsmaßnahmen zu Versäumnissen oder Pannen gekommen ist. Anderslautende Äußerungen hat die Polizei zur Kenntnis genommen. Diese Äußerungen werden geprüft", heißt es in einer Pressemitteilung.
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