Neuss (NGZ). Der Stadtelternrat Neusser Schulen fordert Bürgermeister und Stadtrat auf, in Neuss eine dritte Gesamtschule zu errichten. Diese Ziel soll notfalls per Bürgerentscheid erreicht werden.
Der Stadtelternrat erhöht den Druck: Die Interessenvertretung von 42 der 44 Neusser Schulen fordert die Errichtung einer dritten Gesamtschule. Um dieses Ziel zu erreichen, "sind wir gewillt, unserer Forderung mit einem Einwohnerantrag und/oder einem Bürgerbegehren Nachdruck zu verleihen", sagt der Vorsitzende Hermann Loosen. Dieses Vorgehen ist bei einer Versammlung mit großer Mehrheit beschlossen worden.
Für den Stadtelternrat, an dessen Spitze Loosen seit vergangenem Jahr steht, geht es darum, dem Elternwillen Rechnung zu tragen. "Wir nehmen mit großer Sorge zur Kenntnis, dass seit mehreren Jahren einer sehr hohen Zahl von Schülern die Aufnahme an den beiden Gesamtschulen versagt wird." Den Grund dafür sieht er in der zu geringen Zahl an Plätzen an der Gesamtschule an der Erft und der Janusz-Korczak-Gesamtschule (insgesamt 240 Plätze). Laut Loosen wurden bei der Anmeldung für das kommende Schuljahr 235 Schüler abgewiesen. Eine Zahl, die in den Vorjahren noch größer war. "Die Schülerzahlen sind rückläufig und viele Eltern versuchen es erst gar nicht mehr", erklärt der Vorsitzende.
Einwohnerantrag
Formal Die Gemeindeordnung sieht den Einwohnerantrag als Mitwirkungsmöglichkeit der Bürgerschaft vor.
Voraussetzung Etwa 4000 Unterschriften müssen Initiatoren in der Bürgerschaft holen, um zu erreichen, dass das Thema im Stadtrat besprochen wird.
Er nennt den Fall einer Mutter, die Pflegekinder betreut. "Sie hat in den vergangenen sieben Jahren versucht, für jeweils ein Kind einen Platz an einer Gesamtschule zu bekommen. Sie ist immer gescheitert." Der Stadtelternrat fordert nun den Bürgermeister und den Rat auf, "schnellstmöglich schulorganisatorische Maßnahmen vorzubereiten und zu beschließen, die dem Elternwillen Rechnung tragen. Die Einrichtung einer dritten Gesamtschule unter weitgehender Sicherung der bestehenden Schulen soll dabei Vorrang vor organisatorischen Zusammenschlüssen einzelner Schulen haben."
Während die CDU derlei Pläne bislang kategorisch abgelehnt hat, haben die Elternvertreter Bürgermeister Herbert Napp (CDU) auf ihrer Seite. Er hatte sich bereits vor einem Jahr für eine dritte Gesamtschule ausgesprochen. "Ich bin der gleichen Auffassung wie der Stadtelternrat und halte das Anliegen für richtig und wichtig. Wir erleben eine Abstimmung mit Füßen." Napp geht davon aus, dass es nach dem 9. Mai im Land eine intensive Schuldebatte geben wird und dass die CDU mit Blick auf die Zukunft der Hauptschulen "ihre bisherige Position nicht wird halten können".
Auch in der Standortfrage für eine dritte Gesamtschule sind sich Napp und Stadtelternrat einig: möglichst im Neusser Norden.
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