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Neuss: Eltern wollen Schulen retten

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 - 14:11

Neuss (NGZ). An den sechs von Schließung betroffenen Schulen im Stadtgebiet herrschte gestern große Betroffenheit. Kämpferisch zeigten sich Eltern der Barbaraschule, die bereits 2006 vor dem Aus stand.

Heike Tups (41), Schulpflegschaftsmitglied der Christian-Wierstraet-Gesamtschule: "Ich war entsetzt. Es stimmt nicht, was berichtet wird: Die Schülerzahl sinkt nicht, dieses Jahr ist sie gestiegen. Von oben aus wird etwas gemacht, und die Kleinen müssen es ausbaden." Foto: NGZ
Heike Tups (41), Schulpflegschaftsmitglied der Christian-Wierstraet-Gesamtschule: "Ich war entsetzt. Es stimmt nicht, was berichtet wird: Die Schülerzahl sinkt nicht, dieses Jahr ist sie gestiegen. Von oben aus wird etwas gemacht, und die Kleinen müssen es ausbaden." Foto: NGZ

Der Widerstand formiert sich: Bereits gestern Nachmittag trafen sich Grundschuleltern der Barbaraschule, um das weitere Vorgehen zu verabreden. In der kommenden Woche wird gleiches in der Schulpflegschaft der St.-Hubertus-Grundschule in Reuschenberg geschehen.

Beide gehören zu den sechs Schulen, die nach Rathaus-Plänen sukzessive aufgelöst werden sollen. Dazu gehören auch die Hauptschule Gnadentaler Allee, Ganztagshauptschule Weißenberg, Mildred-Scheel- sowie Christian-Wierstraet-Realschule. Parallel soll in der Nordstadt eine dritte Gesamtschule errichtet werden.

Für viele Eltern kamen diese Nachrichten völlig unerwartet. "Ich war sehr überrascht", sagt Hans-Peter Hüttepohl am NGZ-Leser-Telefon, "vor der Kommunalwahl hieß es noch, die Hubertus-Schule bleibt bestehen. Jetzt ist mein Sohn gerade zwei Tage an der Schule, und die Katze ist aus dem Sack." "Erschrecken" auch bei NGZ-Leser Peter Wolters, dessen beide Töchter die Mildred-Scheel-Realschule besuchten: "Soll jetzt der familiäre Charakter der Anonymität einer fünfzügigen Gesamtschule weichen?" Schüler-Mutter Figin Altay spricht von der Barbaraschule als einer "tollen Schule. Mehr haben wir hier im Viertel nicht." Der im Barbaraviertel direkt gewählte SPD-Ratsherr Hubert Esser will an der Seite von Schulpflegschaftsvorsitzender Petra Ajdarpasic ("Wir werden Widerstand leisten") für den Erhalt der Schule kämpfen: "Konzept und Schülerzahlen stimmen. Ihre Schließung wäre der erste Sargnagel für das Viertel."

Info

Ihre Meinung, bitte!

Was sagen Sie zu den von der Rathausverwaltung geplanten Schulschließungen? Sind Sie für eine dritte Gesamtschule und wo sollte sie errichtet werden? Schreiben Sie uns Ihre Meinung per E-Mail mit dem Betreff Schulen an aktion@ngz-online.de oder per Fax an 02131 404 249

Fotos
Werner Röcker (79) holt sein Enkelkind von der St. Hubertus Grundschule ab. Seine Meinung zur möglichen Schulschließung: "Wenn die Erstklässler eingeschult werden und direkt in eine andere Schule müssen, finde ich das blöd. Man soll die jetzigen Klassen einfach auslaufen lassen." Foto: NGZ
Kevin Giesen (12), Schüler der Christian-Wierstraet-Realschule: "Blöd! Was ist mit den neuen Fünfern? Wenn die sitzenbleiben, sind sie verloren. Ich bin in der 7. Klasse, wenn ich jetzt zweimal sitzenbleibe, hätte ich auch Pech. Nach meiner Meinung bringt das nichts. Und: Wo sollen wir so lange hin?" Foto: NGZ
Cornelia Hanowski (55) holt ihren Enkel von der St. Hubertus-Grundschule ab: "Es ist schade, wenn die Schule geschlossen werden soll. Es gibt zwar größere Schulen in der Nähe, aber ich finde kleinere Schulen wie die Hubertus-Schule schöner. Das ist besser für die Kinder." Texte: Carmen Scharf/ Foto: NGZ
Quelle: NGZ


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