Neuss (NGZO). Lernort Hochschule, Lernort Unternehmen: Beim Neusser Mittelstandsforum widmeten sich jetzt Experten dem Thema "Qualifikation"
Rhein-Kreis Neuss Weiterbildung und Qualifikation sind Schlüsselbegriffe, die mit Blick auf die Personalentwicklung eines Unternehmens zunehmend wichtiger werden. Die wachsende Bedeutung wurde am Dienstagabend beim Neusser Mittelstandsforum in den Räumlichkeiten der Sparkasse Neuss noch einmal unterstrichen. Was dabei auffiel: Gerade in jüngster Zeit hat Neuss als Dependance entsprechender Anbieter merklich an Profil gewonnen.
Die Hochschule Neuss mit ihrem Gründungspräsidenten Prof. Dr. Otto Jockel gehört zu diesen Newcomern, die aus der Quirinusstadt, wo sich in der Vergangenheit bereits die Fachhochschule für Oekonomie und Management FOM und die Fernuniversität Hagen erfolgreich etabliert haben, langsam aber sicher einen ernst zu nehmenden Hochschulstandort machen.
Hinzu kommt die ebenfalls neu in Neuss präsente EUFH, die Europäische Fachhochschule. Wer sich beim Neusser Mittelstandsforum über das breite Spektrum eine schnelle Übersicht verschaffen wollte, hatte dazu dank der Präsentationsstände eine gute Gelegenheit. Ausrichter des Wirtschaftsforums war das Amt für Wirtschaftsförderung, das sich hierfür auch die NGZ als Partner an die Seite geholt hatte. Moderiert von Tom Hegermann (WDR 2) stand bei der Veranstaltung das Thema "Aus- und Weiterbildung in Neuss – Fachkräfte für Unternehmen" im Fokus.
Neben Jockel nutzten Dr. Hubert Groten (Fernuni), Roland Berger (Vorstand der Stiftung Partner für Schule NRW) und Rolf Büschgens (Akademie für Beratung und Qualifizierung) die Möglichkeit der Darstellung. Gerade was die Verzahnung betrieblicher und akademischer Ausbildung betrifft, ist der Markt gewaltig in Bewegung. Ein "duales Studium" zu absolvieren, ist für immer mehr junge Menschen eine echte Alternative. Aber auch jene, die schon länger im Beruf stehen, womöglich schon fortgeschritteneren Alters sind, rücken verstärkt in den Fokus. Schon die demographische Entwicklung bedingt, dass Jugend allein kein Kriterium mehr sein kann, was Qualifizierung betrifft. Welche Optionen sich da eröffnen, machten die Referenten des Mittelstandsforums in ihren kurzen, aber prägnanten Statements eindrucksvoll deutlich.
Kurzum: Einen Königsweg, sich praktisches und/oder theoretisches Wissen anzueignen, gibt es nicht (mehr). "Lernort", dieser Begriff passt in der Definition Otto Jockels auf Hochschule und Unternehmen gleichermaßen. Und selbst alte Hürden, die den Zugang zur Universität erschwerten, stehen mittlerweile in Frage. Groten: "Die Fähigkeit zum Studium zeigt sich im Studium selbst."
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