Neuss (NGZ). Neuss (schum) Der lang anhaltende Beifall sprach Bände: Marcus Bussemer. Pfarrer und Kreisjugendseelsorger, hatte den richtigen Ton getroffen. Die rund 150 Gäste beim Neujahrsempfang des Katholikenrates im Kloster Immaculata trafen auf einen jungen Geistlichen, der mit launigen, bildhaften, gleichwohl treffenden Worten versuchte, der in kirchlichen Kreisen bekannten Sinus-Milieu-Studie biblische Aspekte abzugewinnen.
Einer Definition des Begriffs Milieu ließ Bussemer die Frage folgen, aus welchem Milieu Jesus eigentlich stammen könnte? Mit Blick auf seinen Vater Josef, einem Baumeister, bezeichnete er ihn als „zweisprachig, selbständig und dem gesunden Mittelstand zugehörig“. Bussemer bemühte Paulus, der sich die Frage gestellt hatte, wie er die anderen Milieus erreichen könne? „Allen alles geben“, lautete eine Antwort.
Der Kreisjugendseelsorger, bei dem sich die durchweg älteren Zuhörer gut vorstellen konnten, dass er mit seiner Art junge Menschen erreichen kann, warb in seinem Beitrag dafür, sich auch einmal „an der Wirklichkeit des anderen zu orientieren“ und eine „andere Sprache anzunehmen als die eigene“. Mit Blick auf die Botschaft „Heilt die Kranken“ sagte er: „Jeder soll tun, was für ihn möglich ist.“ Botschaften, die auch jene erreichen, die nicht katholischen Glaubens sind.
Denn Hans-Dieter Schröder konnte am Mittwoch Abend neben dem evangelischen Pfarrer Dr. Jörg Hübner auch den Vorsitzenden der Norfer Moschee, Mustafa Ünlü, begrüßen. Schröder selbst ging in seiner Begrüßung auf die Strukturdebatte im Erzbistum ein. Er wies auf die engagierte Arbeit der verschiedensten Gremien hin, die sich verantwortungsvoll den Aufgaben gestellt haben.
Er betonte aber auch, dass „auf die verlässlich und bewährte Struktur eines auf festgelegte Zeit gewählten Gremiums nicht kategorisch verzichtet werden sollte“. Schröder kündigte an, dass das neue Jahr von „weit reichenden Entscheidungen und von einem tief gehenden Wandel geprägt sein werde. Es wird eine Zeit sein, in der alle gefordert sind, mit Ideen, Konzepten, Engagement und mit der Unterstützung die Zukunft mitzugestalten“. Dabei werden sich seiner Auffassung nach gerade die „Ehrenamtlichen neu orientieren und zusätzliche Aufgaben übernehmen müssen“.
Schröder hatte eingangs unter den Gästen auch den Kreisdechanten, Monsignore Guido Assmann, begrüßt. Der wandte sich an die Besucher und appellierte, „offen und ehrlich miteinander umzugehen“. Das heiße nicht, auf seine eigene Meinung zu verzichten. Er rief dazu auf, den „Mut zu haben, Zukunft mitzugestalten. Ob es richtig ist, wird sich zeigen. Schlimm wäre es, nichts zu tun“.
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