"FuN"-Projekt in Weckhoven (NGZ). Das Projekt heißt "FuN" (Spaß) - und Spaß haben die Teilnehmer am Programm "Familie und Nachbarschaft" auch. Acht Familien mit insgesamt 19 Kindern treffen sich seit Ende Januar im Kinderzentrum Weckhoven - begleitet von Mitarbeitern des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Neuss und des "familienforum edith stein".
Acht Wochen lang kommen vier türkische und vier deutsche Frauen mit ihren Kindern (im Alter zwischen zwei und 20 Jahren) donnerstags zusammen, um drei Stunden lang sich selbst als Familie, aber auch Nachbar-Familien kennen zu lernen, gemeinsam zu spielen, basteln, singen und zu kochen und zu essen.
"FuN stärkt und unterstützt Eltern", erläutert Maria Weyer, Leiterin des SkF-Kinderzentrums Weckhoven, die gemeinsam mit Psychologin Elke Swalve vom Familienforum die Treffen leitet. "Es ist wichtig, dass die Familien in Kontakt zueinander kommen", ergänzt Elke Swalve. Wie Wolfgang Buck vom Familienforum betont, sei "Familie und Nachbarschaft" ein präventiv wirkendes Familienbildungsprogramm, mit dem "Erziehungs- und Beziehungskompetenzen verbessert und die Elternkompetenz gestärkt" werden solle.
Träger übergreifend bemühen sich die Mitarbeiter darum, den Teilnehmern zu helfen, ein Beziehungsnetz aufzubauen - und Bildungsangebote näher zu bringen. Denn nach Ablauf der acht Nachmittage sollen die Familien ein halbes Jahr einmal im Monat ihre Treffen selbst organisiert weiterführen, wobei die Gruppe weiter durch das Team begleitet wird. "Die bisherigen Treffen haben mir Mut gemacht, auf Familien anderer Nationalität zuzugehen", berichtet Rukiye Tasbasi, die sich freut, neben ihrer eigenen Kultur und Erziehungsmethode auch andere kennen zu lernen - ohne sie übernehmen zu müssen.
Auch ihr Selbstbewusstsein ist gestärkt: "Ich traue mir zu, mich in einer Gruppe zu behaupten und meine Position vorzutragen", erklärt die türkische Mutter. Die Erfahrung, dass in der Nachbarschaft andere Mütter mit den gleichen Problemen und Sorgen zu kämpfen haben, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl, nicht nur in der "Mütterrunde". Dabei erfahren die Teilnehmer, dass gegenseitige Unterstützung entlasten kann.
Das Projekt "FuN" sorgt auch dafür, dass sich die Familienmitglieder beim Spiel oder Essen gemeinsam als Einheit erleben. Neben dem Spaß-Faktor soll unter anderem die Verständigung der Familienmitglieder untereinander verbessert werden. "Ich finde es schön, dass ich mich gezielt mit einem meiner Kinder beschäftigen kann", weist Rukiye Tasbasi darauf hin, dass durch Kinderbetreuung und andere Spielformen eine weitere Stärkung der Familienbande ermöglicht wird.
"Wir möchten mit diesem Pilot-Projekt, das vom Jugendamt Neuss finanziert wird, dazu beitragen, dass gestärkte Familien andere Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung vorleben als Gewalt", betont SkF-Geschäftsführerin Gertrud Gebauer - passend zur SkF-Kampagne "Gewalt ist nie privat, die Diözesan weit bis November 2003 läuft. Carina Wernig
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