Neuss (NGZ). Allein die Kindertagesstätte "Regenbogen" soll in diesem Jahr mit Unterstützung des Landes zu einem Zentrum für Erziehung und Beratung weiterentwickelt werden. Es wäre das 14., aber 24 sind das Ziel. Und das schon mittelfristig.
Ausbauplan
Bewerber Sieben Kindertageseinrichtungen im Neusser Norden und noch drei im Süden der Stadt sollen nach Willen ihrer Träger Familienzentrum werden.
Lücken Laut Jugendhilfeplan fehlen in den Planbezirken Uedesheim, Gnadental und Pomona Familienzentren noch ganz. Andere haben erst eins, sollen aber bis zu drei Familienzentren bekommen. Zu letzteren zählen die Bezirke Furth und Innenstadt.
Viele haben sich beworben – aber nur eine wurde auserwählt: Die Kindertagesstätte "Regenbogen" an der Dunantstraße wird in diesem Jahr mit Unterstützung des Landes zum Familienzentrum weiterentwickelt. Der Startschuss dazu soll am 1. August mit Beginn des neuen Kindergartenjahres erfolgen. Am Ende des Prozesses ist die Kita in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) das 14. Familienzentrum im Stadtgebiet. Und jedes erhält jährlich 12 000 Euro aus Landesmitteln für die neue Aufgabe.
Das mittelfristige Ziel aber bleiben 24 zertifizierte Einrichtungen. Damit das zeitnah erreicht werden kann, hofft Jugendamtsleiter Achim Tilmes, dass das Land in seiner Ausbauplanung für Neuss mehr Förderkontingente vorsieht als jährlich nur eines. Unabhängig davon aber steht die Reihenfolge, in der die Bewerbungen berücksichtigt werden sollen, fest. Sie folgt dem Ziel, das für jeden im Zusammenhang mit dem Jugendhilfeplan definierten Bezirk mindestens eine solche Einrichtung besteht. Und nachdem im Vorjahr eine Einrichtung aus dem Neusser Norden den Zuschlag erhielt, ist nun eine im Süden an der Reihe.
Der Landesfamilienminister hatte vor Jahren den Anstoß zur Entwicklung von Familienzentren gegeben. Sie sollten die Kindertagesstätten auch zu Zentren der Familienberatung in einem Quartier machen, neue Formen der Elternarbeit entwickeln und dazu in vielfältiger Art und Weise Kooperationen mit anderen Einrichtungen – wie etwa Familienbildungszentren – eingehen. Das Erzbistum Köln griff diesen Impuls auf und entwickelte das Modell kirchlicher Familienzentren, die zum Teil in den Seelsorgebezirken im Verbund mehrerer Einrichtungen geführt werden. Die Kindertagesstätte "Regenbogen" im Seelsorgeverband "Rund um die Erftmündung" ist so eine. Gleich den ganzen Verbund in die Förderung des Landes aufzunehmen, wie von der Gemeinde gewünscht, war aber nicht möglich. Grund: Die Einrichtungen liegen nach Ansicht des Landes zu weit auseinander.
Mit der Einrichtung in Gnadental wird die Tagesstätte in Neuss gefördert, die, wie Monika Hutmacher vom SkF hervorhebt, die längste Erfahrung mit der Betreuung von Kindern unter drei Jahren hat. Denn sie wurde, so die SkF-Vorsitzende, vor mehr als 30 Jahren auf die Bedürfnisse von alleinerziehenden Müttern zugeschnitten etabliert. Heute betreut die Kindertagesstätte nach Auskunft von Leiterin Martina Ziermann in fünf Gruppen 80 Kinder. 38 Plätze sind davon Kinder unter drei Jahren vorbehalten. Aufgenommen werden Kinder ab dem vierten Lebensmonat.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.