Cafés und ein Modeladen (NGZ). Von Klaus D. Schumilas
Die Eigentümer-Familie der bis auf ein Geschäft leer stehenden Galerie am Rathaus legte am Donnerstag eine neue Konzeption vor: Es soll bis August ein „Forum“ mit zwei Cafés und einem Modeladen entstehen.
Vor zwei Jahren noch ein großes Stück totes Pflaster ohne besondere Verweilqualitäten, jetzt mausert sich der Markt zu dem Anziehungspunkt in der Innenstadt. Dreh- und Angelpunkte sind, darin sind sich die Neusser einig, Straßencafés. Die gibt es bereits als klassisches Café (Oebel), Bistro-Café (Kleeberg und Marktcafé) oder Eiscafé (Roma). Das i-Tüpfelchen soll nun die umgestaltete Galerie am Markt werden, die mit neuer Konzeption und neuem Namen noch vor dem Schützenfest Mitte August eröffnen will: „Forum elf.fünfzehn“.
Für die Eigentümer-Familie Ernst und Hannelore Hoffmann aus Holzheim stellte Tochter Ursula Maria Pohlhausen am Donnerstag die Eckpunkte der neuen Konzeption vor. Dabei nannte sie Bürgermeister Herbert Napp als Vater des Grundgedankens der Planungen, der sich nämlich an dieser Stelle einen „Marktplatz als Forum für die Neusser Bürger“ wünscht.
„Daran wollen wir uns gerne orientieren und beteiligen“, bekannte Pohlhausen. Nicht ohne Druck. Denn die bisherige Galerie am Rathaus ist alles andere als erfolgreich, was die Juristin auch offen einräumt: „Sie läuft nicht.“ Zurzeit hält nur noch das Frisörgeschäft Essanelle die Stellung, alle anderen Mieter im Erdgeschoss sind schon seit längerem ausgezogen. Auch für Essanelle ist in diesem Monat Schluss, weil die Räumlichkeiten für die neue Konzeption benötigt werden.
Hauptmieter wird das „Cafe extrablatt“ sein. Ein Unternehmen mit Sitz in Emsdetten, das zwischen Flensburg und Kaiserslautern 30 Filialen unterhält. „In Neuss schließen wir auf Wunsch vieler, die an uns herangetreten sind, eine Lücke“, sagte Christoph Wefers von der Unternehmensgruppe Extrablatt. Sein Ziel: „Wir wollen uns hier am Platz gut einfügen und Marktführer werden.“
Im künftigen Forum stehen ihm 480 Quadratmeter zur Verfügung, wovon 250 bis 270 auf den Gastraum entfallen. Mieter Nummer zwei ist „Woyton“, ein Unternehmen aus Düsseldorf, das sich als Café- und vor allem Sandwich-Bar einen Namen gemacht hat. Hinzu kommt noch ein Geschäft für junge Mode und Accessoires.
Im Unterschied zur heutigen Situation sollen alle drei Geschäfte einen direkten Zugang zum Markt erhalten. „Die Umbauarbeiten werden im Mai beginnen“, sagte der verantwortliche Architekt Benedikt Schmidt-Wächter. Die Gefahr, dass es auf dem Markt zu einem Überangebot an Cafés kommt, sieht Ursula Maria Pohlhausen nicht: „Angebot schafft Nachfrage“, ist die gebürtige Neusserin, die am Gymnasium Marienberg ihr Abitur baute und mit ihrer Familie heute in Hannover lebt, überzeugt.
INFO: Wechselvolle Geschichte Das Modehaus Hettlage war lange Jahre ein zuverlässiger Mieter. Rund 24 Jahre hatte die Filiale ihren Sitz am Markt, ehe das Unternehmen im Herbst 1994 Konkurs anmeldete. Das Neusser Haus war eines der ersten bundesweit, das geschlossen werden musste. Die Eigentümer-Familie des Gebäudes, Hoffmann, wurde aktiv, bereits am 1. Dezember gab es als Zwischenlösung einen neuen Mieter, den ersten „Hoppla-Markt“ in Neuss, ein Geschenkartikel-Geschäft. Es folgte eine grundsätzlich neue Konzeption: Danach sollten im Erdgeschoss Einzelhandel in die Galerie, darüber Büros und Praxen einziehen. Die Fassade des alten Hettlage-Hauses wurde durch einen rot-brauen Ziegelstein ersetzt, der Innenraum entkernt. Am 20. Juni 1995 war Eröffnung der Galerie am Rathaus.
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