Neuss (NGZ). Bei Temperaturen um 20 Grad zog es die Menschen am Mittwoch nach draußen: Ziegen gucken, Bootssteg renovieren, Kaffee trinken, Eis essen, die Sonne genießen. Ein Spaziergang durch ein frühlingshaftes Neuss.
Boot oder Steg? Das war am Mittwoch die Frage. Beides ging nicht. Egon Schöttke hat sich gegen einen Frühlingsputz auf seiner kleinen Neun-Meter-Yacht und für die morschen Holzplanken am Neusser Sporthafen entschieden – denn die sind immerhin schon 20 Jahre alt und müssen dringend gemacht werden. Am 25. April starten die Neusser Wassersportvereine mit dem traditionellen Anfahren auf dem Rhein und im Sporthafen in die Saison. Bis dahin muss der Steg tragen.
Für den Rentner hieß das am Mittwoch: sägen, bohren und hämmern – bei tollstem Wetter, direkt am Wasser. In Schöttke hat die Sonne schon die Vorfreude auf den bevorstehenden Sommer geweckt. Dann, sagt er, werde er nämlich mit seinem Boot von Neuss aus rheinabwärts in Richtung Norwegen fahren. "Für drei, vier, vielleicht aber auch fünf Monate."
Anfang und Ende
Aus meteorologischer Sicht hat der Frühling am 1 . März begonnen und dauert bis Ende Mai.
Astronomischer, also kalendarischer Frühlingsanfang war dagegen am vergangenen Samstag, 20. März, um 18.32 Uhr (MEZ).
Die Sonne überschreitet den Äquator auf ihrem Weg in Richtung Norden.
Dieser Zeitpunkt ist der Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel der Erde.
Zuerste die Lämmchen oder zuerst die Ziegen? Das war die Frage, die sich Susanne und Wolfgang Titze aus Düsseldorf am Mittwoch vor den Toren des städtischen Kinderbauernhofs stellten. Mit dem Fahrrad waren die beiden im vergangenen Jahr durch Reuschenberg gerauscht. Dabei fiel ihnen der hübsche Familien-Tierpark am Nixhütter Weg auf. "Weil so schönes Wetter angesagt war, haben wir uns spontan unseren Enkel ,ausgeliehen'", erzählte Susanne Titze.
Der kleine Philipp jedenfalls bekam am Mittwoch ganz viel "Sommer" zu sehen: Hühner, die zur Mittagszeit träge im Sand rum pickten, Schafe und Pferde, die sich die Sonne auf den Rücken scheinen ließen, Eltern und Großeltern, die mit Kindern und Enkeln über die staubigen Wege flanierten. Der Kinderbauernhof war am Mittwoch bestens besucht.
Cola oder Cocktail? Erdbeere oder Schoko? Sonne von hinten, von vorne oder von der Seite? Das waren die Fragen, mit denen zur selben Zeit die Gäste der Cafés in der Innenstadt kämpften. Wer in der Mittagspause einen freien Platz im Freien ergattern konnte, hatte mehr als Glück. Circa 100 Restaurants, Bars, Bistros und Bäckereien mit Terrassenkonzession gibt es in Neuss derzeit, davon etwa 70 in der Innenstadt. Große Neueröffnungen, heißt es von Seiten der Stadt, soll es in diesem Jahr nicht geben.
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