Teleskop-Kranwagen stellte Mittwoch neue Container auf (NGZ). Rechteckig, praktisch, gut - auf diese Kurzformel lässt sich die Lösung bringen, mit der die Stadt in einigen Fällen den maroden Zustand von Schulen beziehungsweise Unterrichtsräumen bekämpft. Innerhalb von zwölf Monaten wurden am Mittwoch zum zweiten Mal Container in Neuss aufgestellt, um endlich wieder Unterricht in zumutbaren Räumen zu gewährleisten. Fünf neue Container setzte der Teleskop-Kran am Mittwoch auf dem Gelände der Heinrich-Böll-Schule ab. NGZ-Foto: A. Woitschützke
War es im vergangenen Jahr die St.-Peter-Grundschule in Rosellen, so machten die Teleskop-Kranwagen am Mittwoch an der Kaarster Straße/Ecke Gladbacher Straße Station, wo sie gleich fünf Container auf das Gelände der Heinrich-Böll-Hauptschule setzten. Kostenpunkt für die Stadt: 378.000 Euro. Dort waren im Oktober vier so genannte Pavillons abgerissen worden. Sie waren in einem derart maroden Zustand, dass dort der Wind durch die Fensterritzen pfiff und die Schüler nicht mehr unterrichtet werden konnten, ohne dass Gefahr für deren Gesundheit bestand.
Betroffen waren vor allem die Schüler der Auffangklassen. Dabei handelt es sich um "Multi-Kulti"-Kinder im Alter zwischen elf und 17 Jahren aus der ganzen Welt, die in diesen Klassen über anderthalb bis zwei Jahren so unterrichtet werden, dass sie im Anschluss in die "normalen" Klassen integriert werden oder zur Realschule oder das Gymnasium wechseln können.
An der Böll-Schule kommen die rund 400 Schüler aus 38 Nationen. Die fehlenden Deutsch-Kenntnisse sind die entscheidende Hürde: "Die Kinder erhalten zwölf bis 15 Stunden Deutsch-Unterricht anstelle der üblichen vier Stunden", sagt Schulleiter Horst Paulus. Hinzu kommt der normale Fachunterricht, der aber gezwungenermaßen auch zum Sprachunterricht wird.
Sechs Lehrer gehören zu dem Stamm, der sich schwerpunktmäßig um diese Schüler kümmert. Da sind "Sprach-Spezialisten" gefragt, wie Schulleiter Paulus weiß. Erfahrene Kollegen, die sich entsprechend weiterbilden, und ein sensibles Händchen für den Umgang mit den Schülern aus den verschiedenen Kulturkreisen haben.
Spätestens nach den Osterferien werden diese Schüler die neuen Räume in den fünf Containern beziehen können. Der "qualifizierte Rohbau", wie ihn Schulamtsleiter Gottfried Scheulen nannte, muss nur noch seinen Innenausbau erhalten: Türen, Bodenbelag, Heizkörper, Rohre und natürlich Tische und Stühle. -schum
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