Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Neuss und Friedhelm Farthmann nahmen sich Zeit, ehe sie zu schätzen wussten, was sie aneinander hatten: "Die Neusser mochten mich, obwohl ich ihnen viel zugemutet habe".
Mit seinem Anderssein kokettierte er: "Ich bin kein Rheinländer, ich bin Protestant, ich bin Sozialdemokrat und ich wohnte - für Neuss besonders schlimm - in Düsseldorf". Gleichwohl habe er sich im Schatten von St. Quirin schnell akzeptiert gefühlt und mit vielen Persönlichkeiten vertrauensvoll zusammengearbeitet. Im Ergebnis konnte der einflussreiche Landespolitiker für Neuss "so manches gute Ding drehen".
Zum Beispiel für das Lukaskrankenhaus. Was Farthmann für Neuss geleistet hat, ist bei vielen Neussern unvergessen. Unvergessen ist auch das sozialdemokratische Urgestein, dem heute viele gute Wünsche begleiten, wenn er fernab seiner "Wahl"-Heimat die Vollendung seines 70. Lebensjahres feiern wird. Am Freitag (1.) kehrt er zurück; da gibt die Neusser SPD einen Geburtstags-Empfang für den ehemaligen NRW-Arbeitsminister und späteren SPD-Fraktionchefs.
Viermal kandidierte Farthmann in Neuss für den Landtag; zweimal holte er das Direktmandat, zweimal unterlag er seinem "ewigen Widersacher" Siegfried Zellnig (CDU) - doch, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung, saß er 20 Jahre als Abgeordneter für Neuss im Landtag. Die größten Wahlerfolge der Neusser SPD sind mit dem Namen von Friedhelm Farthmann verbunden. -lü-
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