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Neuss: Gemeinschaftsschule für Neuss?

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 22.02.2011

Neuss (NGZ). Weil die Anmeldezahlen im Haupt- und Realschulbereich nach der ersten Runde so gering sind, hält Bürgermeister Herbert Napp eine Diskussion über die Gemeinschaftsschule für richtig.

Weil die Anmeldezahlen an Haupt- und Realschulen derzeit so gering sind, spricht Herbert Napp von der Gemeinschaftsschule. In Ascheberg (Kreis Coesfeld) sollen ab 2011 Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse gemeinsam lernen. Foto: Frank Augstein
Weil die Anmeldezahlen an Haupt- und Realschulen derzeit so gering sind, spricht Herbert Napp von der Gemeinschaftsschule. In Ascheberg (Kreis Coesfeld) sollen ab 2011 Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse gemeinsam lernen. Foto: Frank Augstein

In der Stadt könnte schon bald eine ähnlich heiße Schuldiskussion wie im vergangenen Jahr entbrennen, als die Verwaltung die Öffentlichkeit mit Schließungsplänen für sechs Schulen schockte. Denn die Zahlen nach der ersten Anmeldungsrunde sind im Haupt- und Realschulbereich so schlecht, dass erneut Schulschließungen drohen. Als Rettungsanker bringt Bürgermeister Herbert Napp die Gemeinschaftsschule ins Gespräch. Dagegen ist die Nachfrage an den drei Gesamtschulen so groß, "dass mit der erneut hohen Zahl von Abweisungen eine vierte Gesamtschule gefüllt werden könnte".

Bereits heute Nachmittag dürfte die Diskussion beginnen, wenn den Schulpolitikern nach Abschluss der Koordinierungsgespräche zwischen Stadt und Bezirksregierung das Anmeldeergebnis für die drei Gesamtschulen präsentiert wird. Die beiden bisherigen Gesamtschulen, Janusz-Korczak und An der Erft, werden vier Eingangsklassen mit jeweils zusammen 112 Schülern bilden. Die neue Gesamtschule Nordstadt werden 108 Kinder besuchen, darin enthalten sind elf Kinder, die integrativ beschult werden. 130 Viertklässler kommen nicht an einer Gesamtschule unter und müssen sich in der zweiten Anmelderunde im März für eine andere Schulform entscheiden.

Info

Gemeinschaftsschulen

Gemeinschaftsschulen entstehen durch die Zusammenführung bereits bestehender Schulen. Sie verfügen entweder über eine eigene gymnasiale Oberstufe oder sie kooperieren mit der Oberstufe einer anderen Schule, so dass Eltern sowie Schüler sicher wissen, wo ihre Kinder bzw. sie selbst die Hochschulreife erwerben können.

Aktuell sehr kritisch sieht es für die Mildred-Scheel-Realschule für Mädchen aus. Dort müssen mindestens 36 Schülerinnen angemeldet werden, damit sie vorschriftsmäßig zwei Eingangsklassen bilden kann. Zurzeit sind es aber nur 19. Die Auswirkung der benachbarten neuen Gesamtschule? Bleibt es dabei, müsste die Mädchen-Realschule auslaufen, zu dem geplanten Umzug nach Gnadental käme es nicht mehr. "Ich kann die Perspektive in Gnadental nicht erkennen", sagt Bürgermeister Napp. "Das Einzugsgebiet spielt bei einer monoedukativen Schule keine Rolle." Eine Abstimmung mit Füßen findet (auch) an den beiden verbliebenen Hauptschulen, Maximilian-Kolbe und Geschwister-Scholl, statt: Zusammen kommen sie derzeit auf 24 (!) Anmeldungen. Allerdings wird sich diese Zahl deutlich erhöhen, weil die 130 an den Gesamtschulen abgelehnten Kinder in überwiegender Zahl an Haupt- und Realschulen unterkommen werden.

Napp bewertet die Haltung der Eltern und konstatiert: "Die Schullandschaft ist in Bewegung." Aus seiner Sicht gehört das Thema "Gemeinschaftsschule" in die Diskussion. "Die Schulkarriere von Kindern darf nicht schon mit Ende der Grundschulzeit festgelegt sein. Ich bin für eine Binnendifferenzierung innerhalb eines Schultyps, die in einer breit gefächerten Schule besser organisiert werden kann."

Quelle: NGZ


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