Neuss (NGZ). Die Stadt rückt ans Wasser : Klaus Harnischmacher, Chef der Stadthafen GmbH, rechnet damit, dass schon im nächsten Jahr große Teile der Pläne umgesetzt werden können. Zum Beispiel die „Waterfront“ .
Neuss Wetten, dass die Innenstadt eine Groß-Baustelle bleibt? Bagger, Lastwagen und Dutzende von Arbeiter werden Anfang des kommenden Jahres aus dem Hauptstraßenzug verschwinden.
Aber die Neusser dürfen hoffen, dass es im Anschluss nur wenige Meter entfernt am Hafenbecken I weiter geht und „eine Riesen-Baustelle“ entstehen wird, wie Klaus Harnischmacher glaubt.
Der Geschäftsführer der Stadthafen GmbH bastelt an Bausteinen, um diese zu einem attraktiven Ganzen zusammenzufügen: Cretschmarhalle, Platz und Promenade am Kopf des Hafenbecken I, Fußgängerbrücke auf die Hafenmole, Fußgängerbrücke von der Innenstadt zum Hafen, Promenade entlang der Stadtmauer, Wohnen auf dem Areal der Münsterschule und nicht zuletzt die „Waterfront“ - Harnischmacher will aus Visionen Realitäten schaffen.
Schon bald. „Anfang 2009 könnte Baubeginn sein, um die Promenade am Hafenbecken I anzulegen und die Brücke am Hafenkopf zu erweitern“, sagt Harnischmacher.
Dafür hat der Stadtrat auch bereits einen städtischen Zuschuss von einer Million Euro zugesagt. Es könnte Schlag auf Schlag weiter gehen, vorausgesetzt, es wird ein Investor gefunden, der das Gesamtkonzept oder aber Teile davon verwirklichen will. „Ernsthafte Interessenten gibt es genügend“, versichert der Chef des Stadthafens.
Alle hätten betont, so Harnischmacher, die innovativen Pläne des Neusser Architekturbüros Ingenhoven zur „Waterfront“ umsetzen zu wollen. „Das ist ja schließlich auch politischer Wille quer durch alle Fraktionen.“ Welche Nutzer in einem „Waterfront“-Gebäude einziehen könnten, lässt Harnischmacher offen.
Ein potenzieller Mieter könnte die Neuss-Düsseldorfer-Häfen GmbH sein. Deren Geschäftsführer Rainer Schäfer bestätigte am Dienstag auf Anfrage der NGZ, dass das Unternehmen „auf der Suche nach einem neuen Standort“ ist.
„Wir platzen an der Hammer Landstraße aus allen Nähten und möchten auch gerne verschiedene Betriebsstätten zusammenführen.“ Laut Schäfer gebe es mehrere Optionen, eine davon sei auch das geplante Kopfgebäude „Waterfront“.
Harnischmacher beabsichtigt, eine Ausschreibung unter Investoren auf den Weg zu bringen, so dass im Herbst Stadthafen-Beirat und der Hauptausschuss als Gesellschafterversammlung darüber beschließen können, wer den Zuschlag für die Umsetzung bekommt.
Der künftige Investor soll auch einen wesentlichen Teil der Cretschmarhalle neu gestalten. Das lang gezogene Gebäude steht in weiten Teilen leer. Die Schützenlust baut in einem Teil ihre Fackeln, der Neusser Wolfgang Kriesemer stapelt dort seine Pakete für die Rumänien-Hilfe.
Lediglich die städtische Jugendeinrichtung Greyhound Pier I ist ein Dauergast in den ehemaligen Lagerhallen. Harnischmacher: „Zuerst muss die Stadt für adäquaten Ersatz gesorgt haben und diese Hallenteile leer sein, ehe ein Investor seine Planungen vorantreiben kann.“
Als Mieter fest im Auge hat er eine Schule: Das Mädchen-Gymnasium beabsichtigt, in dem Hallenteil, der direkt gegenüber der Schule liegt, eine Aula sowie einen Mensa-Betrieb einzurichten - und das in Abhängigkeit von Finanzzusagen des Erzbistums schon bald.
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