Neuss (NGZ). neuss Überraschung: Hans-Jürgen Hall (51) soll neuer Major und Vorsitzender des Neusser Jägerkorps werden. Seit Montagabend ist er der offizielle Vorschlag des Vorstandes, der einstimmig den ehemaligen Chef des Artillerie-Corps (bis 1998) zur Kandidatur für die Nachfolge des zurückgetretenen Majors Gerd Scheulen aufforderte. Damit steht erstmals in der Geschichte des 1823 gegründeten Neusser Traditionskorps kein Jäger, sondern ein Externer für das Spitzenamt zur Wahl.
Bis zum 11. April hatten Jäger Gelegenheit, sich für die Führungsposition zu bewerben. „Geeignete Kandidaten“, so berichtet „Vize“ Dieter Piel, „sagten entweder ab oder warfen ihren Hut nicht in den Ring.“ So sei der Vorstand gezwungen gewesen, „sich außerhalb des Korps umzusehen“. Unter der Führung von Dieter Piel gelang es, mit Hall „einen erfahrenen und sattelfesten“ Schützen für das Jägerkorps zu gewinnen, in das der designierte Major und Vorsitzende bereits am Montagabend als passives Mitglied aufgenommen wurde. Hall hatte sich zuvor unter der Voraussetzung zur Verfügung gestellt, „dass kein Jäger zur Wahl antritt“. Über Präsident Thomas Nickel und Oberst Dr. Heiner Sandmann waren auch Komitee und Regimentsführung bereits zu einem frühen Zeitpunkt über die sich abzeichnende Personalentscheidung informiert worden.
Derzeit sind 850 Jäher in 51 Zügen organisiert. Sie wurden am Dienstag vom Vorstand über die Zugführer auf den aktuellen Stand gebracht. Die Chargierten des Korps stimmen am 27. April darüber ab, ob sie dem Personelvorschlag folgen. Bei einer tragfähigen Mehrheit stellt sich Hall dem Votum der Jäger. Diese entscheiden auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 22. Juni über ihren neuen Major und Vorsitzenden. Im Fall seiner Wahl wird Hall mit Peter Wallrawe den bisherigen Adjutanten erneut ernennen.
„Ich bin erleichtert“, sagte am Dienstag Dieter Piel auf Anfrage der NGZ, „und guten Mutes, dass wir gemeinsam mit Hans-Jürgen Hall das Jägerkorps in eine gute Zukunft führen.“ Der Kandidat räumt zwar ein, dass das „schöne Amt des Jägermajors nicht zu meiner Lebensplanung“ gehört habe, aber angesichts der herzlichen Kameradschaft, mit der er aufgenommen wurde, gestand er: „Jetzt freue ich mich richtig, obwohl ich weiß, dass auf mich viel Arbeit zu kommt.“ Jägermajor zu sein, sei Ehre und Verpflichtung zugleich. Er sieht sich nicht als Alleinunterhalter, sondern als Teamarbeiter.
Hans-Jürgen Hall stammt aus einer alten Schützenfamilie, deren Namen vor allem mit dem Artillerie-Corps verbunden ist. Sein Vater Heinz war Regimentsoberst. Seit 2001 marschiert Hans-Jürgen Hall bei den Scheibenschützen mit. Er arbeitet für das Erzbistum Köln und eine Apotheke im Rhein-Erft-Kreis.
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